Im perfekt erhaltenen Badehaus gab es heiße, warme und kalte Räume, leuchtend rote Wände, einen Mosaikboden, Steinbänke und ein riesiges Tauchbecken. Gabriel Zuchtriegel, der Chef des Archäologischen Parks von Pompeji sagte, die Fundstelle sehe so aus, als ob die Menschen erst vor einer Minute gegangen wären.
Luxus-Spa mit Sauna und Pool
Enthüllt hat die Ausgrabung die britische BBC, die die Archäologen für eine Dokumentation exklusiv begleitet hat. Mit heute verglichen könnte man sagen, es handelt sich um eine Art Luxus-Spa.
Der Komplex liegt inmitten einer herrschaftlichen Residenz: Von einem Umkleideraum gelangten die Badegäste in eine Art Sauna, geheizt durch einen Zwischenboden und durch hohle Wände. Dort konnten sie ein warmes Bad nehmen, sich in einem weiteren Raum Öl einmassieren lassen und sich dann im Frigidarium, dem größten und spektakulärsten Raum, wieder abkühlen. Das Tauchbecken war so groß, dass 20 bis 30 Personen hineinpassten.

Badehaus für die Reichsten in Pompeji
Da es nur wenige Häuser mit einem privaten Badekomplex gibt, vor allem in dieser Größe, war der wohl etwas für die Reichsten der Reichen, vermuten die Experten.
Das Anwesen gehörte möglicherweise einem einflussreichen Politiker aus Pompeji. Das Bad ist Teil eines ganzen schon freigelegten Häuserblocks inklusive Wäscherei, Bäckerei und dem großen Privathaus.

Skelette zweier Popejaner gefunden
Bei der Ausgrabung wurden in weiteren Räumen auch die Überreste zweier Pompejaner gefunden, denen es beim Ausbruch des Vesuvs nicht gelungen war, zu entkommen. Bei den beiden Skeletten handelt es sich um eine Frau im Alter zwischen 35 und 50 Jahren, wahrscheinlich eine hochrangige Persönlichkeit, vielleicht sogar die Frau des Hausbesitzers. Sie wurde in Embryonalstellung zusammengerollt auf einem Bett gefunden.
Der zweite Tote war ein Teenager oder junger Mann Anfang 20 – möglicherweise ein Sklave. Er starb den Angaben der Archäologen zufolge zuerst, weil der pyroklastische Strom eine Wand einstürzen ließ, die auf ihn fiel. Die Frau kam dann ums Leben, als sich der Raum mit Gasen, Lava und Vulkanasche füllte.

Teurer Schmuck und Dekor im Badehaus
Besonders interessant sind die Dinge, die die Opfer bei sich trugen. Der Mann hatte einige Schlüssel dabei, während bei der Frau Gold- und Silbermünzen sowie Schmuck gefunden wurden, den sie umklammerte - Ohrringe aus Gold und Naturperlen, Kettenanhänger und kunstvoll geätzte Halbedelsteine.
Die Goldmünzen glänzen sogar noch, als wären sie neu. Auf einem Marmortisch in dem Raum standen zudem verschiedene Gegenstände – Glaswaren, Bronzekrüge und Töpferwaren. Das Paar hatte sich möglichweise dort versteckt, um das Ende des Vulkanausbruchs abzuwarten.
Schere zwischen Arm und Reich im Römischen Reich
Die Ausgrabung zeigt auch den Unterschied zwischen reich und arm vor 2.000 Jahren. Denn neben dem Badehaus wurde auch der Heizraum gefunden, wo die Sklaven schuften mussten, die das gesamte System am Laufen hielten. Da sich darunter ein Ofen befand, müssen die Bedingungen den Experten zufolge unerträglich gewesen sein.