Kein WM-Fieber - Begeisterung für Fußball-WM in Katar ist nicht ansteckend. (Foto: IMAGO, IMAGO/Lan Hongguang)

Fußball-Weltmeisterschaft | Glosse

Pandemie erfolgreich verhindert: FIFA bekämpft WM-Fieber

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David Beck
Bild von David Beck, Reporter und Redakteur SWR Wissen aktuell sowie Redakteur bei SWR2 Impuls. (Foto: SWR, Ilyas Buss)
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Nicht erst seit dem Sommermärchen 2006 ist das „Fußball-Fieber“ in Deutschland weit verbreitet. Doch bei der diesjährigen WM blieb der große Ausbruch bislang aus.

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Bislang nur kleiner Ausbruch des „Fußball-Fiebers“

Nochmal Glück gehabt! Die eine Pandemie wird von Teilen der Ampelkoalition für beendet erklärt und dann schrammen wir doch haarscharf an der nächsten vorbei. Verantwortlich dafür wäre eine Krankheit gewesen, die in Deutschland sehr bekannt ist, eine Art Fieber.

Aber zum Glück gibt es ja diese eine weltumspannende Organisation, die alles dafür tut, dieses Fußball-Fieber im Keim zu ersticken: der internationale Fußballverbund FIFA. Eigentlich taucht es alle vier Jahre in einer besonders starken Form als „WM-Fieber“ auf. 

Dieses Jahr begann die Welle etwa ein halbes Jahr später als erwartet, doch die FIFA wusste sofort, was da zu tun ist: Bahnt sich das WM-Fieber erst zur kalten Jahreszeit an, werden die Superspreader, auch „Spieler“ genannt, einfach dahin geschickt, wo’s warm ist: in die Wüste.

Kritik an Arbeitsbedingungen in Katar

Eine gute Entscheidung, denn dort ist gerade eine andere Epidemie, die viele Menschenleben gekostet hat, nach Jahren endlich für beendet erklärt worden. Ausgelöst wurde sie durch das Baufieber, das dem WM-Fieber oft vorausgeht. Ein kausaler Zusammenhang war für die FIFA bisher jedoch noch nicht feststellbar. 

Diese Maßnahmen allein hätten wahrscheinlich schon gereicht, das WM-Fieber hierzulande zumindest in Grenzen zu halten.

Queer-Feindlichkeit des Gastgeberlandes

Doch die Menschenfreunde im Weltfußballverband schützt uns nicht nur vor dem WM-Fieber, sondern auch vor einer weiteren Krankheit, bevor diese pandemische Ausmaße annehmen kann: der Toleranz.

Zu viel Toleranz gibt es auf der Welt – und dann wollen auch noch die WM-Fieber-Superspreader offen zeigen, dass sie mit dem Toleranz-Virus infiziert sind! Nicht mit der FIFA und ganz bestimmt nicht in der Wüste! Erfreulicher Nebeneffekt: Noch weniger WM-Fieber. 

Das Bild zeigt Mannschaftskapität Manuel Neuer mit der One Love-Binde. (Foto: IMAGO, Ulmer, Teamfoto)
Um die One Love-Binde von Mannschaftskapitän Manuel Neuer gab es viele Diskussionen. Sollte er die Binde tragen, droht eine Strafe der FIFA. Der DFB erwägt rechtliche Schritte gegen den internationalen Fußballbund. Ulmer, Teamfoto

Niedrige Einschaltquoten bei WM-Eröffnung

Wie stark sich dieses verbreitet, wird nicht etwa vom RKI erfasst, sondern von verschiedenen Anstalten des öffentlichen Rechts. Gemessen wird beim WM-Fieber auch nicht die Inzidenz, sondern die sogenannte „Quote“.

Dem Virus zu entkommen, ist schwer. Denn einerseits kritisieren und bekämpfen die Medienanstalten das WM-Fieber, anderseits verbreiten sie es – ungefragt – in jedes Wohnzimmer.

Doch schon jetzt zu erkennen: Deutlich weniger Menschen sind mit dem WM-Fieber infiziert als noch während des letzten Ausbruchs – ein voller Erfolg für die FIFA!

Sollte Sie das WM-Fieber trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch gepackt haben, dann kann SWR-Reporter David Beck einen Impfstoff empfehlen. Weder ein mRNA-Impfstoff und noch ein Protein-Impfstoff schaffen Abhilfe, sondern ein Ethanol-Präparat: Statt Fußball schauen, lieber einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt trinken. 

Sind Sie schon im WM-Fieber?

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