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Die US-Behörde für Arzneimittel FDA hat eine Warnung zum Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson herausgegeben. Das Mittel kann möglicherweise in seltenen Fällen das sogenannte Guillain-Barré-Syndrom auslösen. Eine Impfung gilt aber nach wie vor als sinnvoll.

J&J-Impfstoff wird aufgezogen (Foto: Imago, Imago / MiS)
Beim Impfstoff von Johnson & Johnson gibt es Bedenken wegen einer möglichen seltenen Nebenwirkung: dem Guillain-Barré-Syndrom. Imago Imago / MiS

100 Verdachtsfälle des Guillain-Barré-Syndroms (GBS)

Laut der Nachrichtenagentur AP und Berichten der New York Times habe die FDA gemeinsam mit der Gesundheitsbehörde CDC etwa 100 Verdachtsfälle des Guillain-Barré-Syndroms (GBS) ausgemacht – und zwar bei Menschen, die zuvor eine Corona-Impfung mit dem Mittel von Johnson & Johnson erhalten hatten. Die Krankheit kann Muskelschwäche, Schmerzen, aber auch Lähmungen hervorrufen. Meist sind diese Symptome vorübergehend.

Vor allem ältere Männer betroffen

Laut der New York Times mussten 95 Prozent der Fälle im Krankenhaus behandelt werden – so die vorläufigen Berichte. Dabei traten die meisten der Erkrankungen bei Männern auf, von denen die meisten über 50 Jahre alt waren. Dem Impfstoffhersteller Johnson & Johnson nach seien die meisten Fälle innerhalb von 42 Tagen nach der Impfung aufgetreten.

Mann schwankt am Homeoffice-Platz (Foto: Imago, Imago / photothek)
Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine Nervenkrankheit, die im Allgemeinen öfter in höherem Alter auftritt. Imago Imago / photothek

Laut der FDA sei eine der Personen verstorben. Die New York Times berichtet, dass der 57-Jährige in den letzten vier Jahren bereits einen Herzinfarkt sowie einen Schlaganfall erlitten hatte. Die Todesursache sei demnach unklar.

Ursächlicher Zusammenhang mit Impfung unklar

Auch, ob der Impfstoff die Nervenkrankheit ausgelöst hat, sei nicht klar. Laut der FDA erkranken in den USA jährlich geschätzt zwischen 3.000 und 6.000 Menschen am Guillain-Barré-Syndrom. Es kann durch verschiedene Infektionskrankheiten ausgelöst werden. Dazu zählt neben der Grippe und dem Zika-Virus auch Covid-19.

Nahaufnahme einer Impfung (Foto: Imago, Imago / Lagencia)
Ob die Impfung der Auslöser war, weiß man nicht. Zum Beispiel auch Covid-19 kann GBS auslösen. Imago Imago / Lagencia

Obwohl das Risiko für die GBS_Erkrankung auch nach einer Johnson & Johnson-Impfung gering ist, erscheint es allerdings um etwa drei- bis fünffach erhöht. So berichtet die New York Times aus Insiderkreisen.

Nutzen überwiegt mögliche Risiken

Bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna, von denen schon weit mehr Impfdosen verabreicht wurden, sei laut der US-Regierung kein Risiko für die Krankheit zu erkennen. Aber auch der Nutzen des Covid-19-Impfstoffs von Johnson & Johnson soll laut der FDA noch immer deutlich die möglichen Risiken überwiegen. Das Mittel von Astrazeneca wird in den USA nicht verimpft.

Intensivschwestern an Bett von Corona-Patient:in (Foto: Imago, Imago / Reichwein)
Trotz seltener Nebenwirkungen: Covid-19-Impfstoffe schützen vor schweren Erkrankungen. Imago Imago / Reichwein

Was sind die Symptome des Guillain-Barré-Syndroms?

Wer mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurde, sollte vorsichtshalber auf folgende Symptome bei sich achten:

  • Schwäche oder Kribbeln in Armen oder Beinen, die sich verschlimmern und ausbreiten
  • Schwierigkeiten beim Gehen
  • Schwierigkeiten bei Gesichtsbewegungen (z.B. beim Sprechen, Kauen und Schlucken)
  • verschwommene Sicht
  • Unfähigkeit, die Augen zu bewegen
  • Schwierigkeiten mit der Blasenkontrolle oder der Darmfunktion.
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