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Warum wird Plastik nicht stärker recycelt?

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Gábor Paál
Gábor Paál

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Plastik ist vor allem ein Wegwerfprodukt. Das meiste Plastik auf der Welt wird noch immer verbrannt, landet auf Müllhalden oder in der Landschaft und im Meer. In Deutschland liegt die "offizielle" Recyclingquote von Plastik zwar bei 39 Prozent, tatsächlich aber liegt die Zahl weit darunter. ExpertInnen schätzen sie auf zwischen 6 und 17 Prozent.

Hauptproblem: Die Qualität

Das Hauptproblem beim Kunststoff-Recycling: Recyceltes Plastik ist fast immer minderwertiges Plastik. Und das Recycling funktioniert gut nur bei bestimmten Sorten Plastik, nämlich denen, die sich schreddern und schmelzen lassen, um dann in neue Formen gepresst zu werden. Das ist vor allem Polyethylen und PET – diese Plastiksorten machen gut 40 Prozent des Gesamtplastiks aus. Das entspricht ungefähr dem Plastik-Anteil, der in Deutschland schon recycelt wird – viel mehr geht mit jetziger Technik nicht.

Bei den anderen Plastiksorten geht das nicht so leicht. Dazu gehört die ganze Gruppe der Duroplasten, also Hartplastik, das so gemacht ist, dass es hohe Temperaturen aushält, ohne zu schmelzen. Diese Plastiksorten müssten chemisch recycelt werden; das ist aber viel energieaufwändiger.

Problem: Plastikabfall ist inhomogen

Ein Problem ist, dass Plastikabfall ein Mischmasch aus allen möglichen Plastik-Sorten ist, die aufwändig getrennt werden müssen. Es sei denn, man findet Wege, auch Plastik-Mischungen effizient zu recyceln. Das geht im Moment nicht, denn man kann zwar z.B. verschiedene Plastiksorten gemeinsam aufschmelzen, aber sie verhalten sich zueinander ähnlich wie Öl und Wasser.

Aber so wie es Möglichkeiten gibt, Öl und Wasser zu mischen, nämlich mithilfe von Tensiden oder Emulgatoren, sucht man nach Möglichkeiten, verschiedene Plastiksorten chemisch so zu behandeln, dass man sie als Mischung recyceln kann.

Es gibt bestimmte sogenannte Multikomponenten-Polymere – also spezielle Kunststoffe – die genau diese Funktion übernehmen könnten. Es gibt also Ansätze, die Recycling-Rate mit neuen Verfahren zu verbessern, aber die müssen sich erst noch bewähren.

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