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Was ist der aktuelle Forschungsstand zum oszillierenden Universum und zur Urknalltheorie?

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AUTOR/IN
Bruno Martin Deiss

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Die Vorstellung vom oszillierenden Universum hat einen gewissen Charme: Da stellt man sich vor, dass es einen Urknall gab und das Ganze irgendwann wieder zusammengestürzt ist und wieder von vorne anfing. So hätte man im Prinzip ein unendliches Universum, das immer wieder neu entsteht. Diese Antwort hat die Natur aber nicht parat. Alles, was man sieht, ist: Das Universum dehnt sich immer weiter aus und seit 10 bis 15 Jahren weiß man, dass es sich sogar noch beschleunigt. Tatsächlich hat man aber, noch bevor man von dieser Beschleunigung wusste, das oszillierende Universum ausgeschlossen. Man war zwar der Meinung, dass es sich abbremst. Aber es wird sich niemals so weit abbremsen, dass es zum Rücksturz kommt. Nun weiß man also, dass es sich sogar noch beschleunigt. Die Vorstellung vom oszillierenden Universum kann man also wirklich beerdigen; das Modell scheint nicht zu stimmen. Momentan können wir nur das beobachten, was uns die Satelliten usw. an Möglichkeiten bieten. Mit der derzeit gültigen Einsteinschen Theorie können wir versuchen zu erklären, wie sich das Universum bisher verhalten hat und dann eine Aussage darüber treffen, wie es sich künftig verhalten wird. Die Beobachtungen zeigen, dass das expandierende und sich beschleunigende Universum am besten passt. Wenn aber die Einsteinsche Theorie nicht der Weisheit letzter Schluss ist – viele Kollegen arbeiten ja daran, diese Theorie zu erweitern – dann könnte in einer neuen übergeordneten Theorie vielleicht auch wieder ein oszillierendes Universum möglich sein.