Medizin

Gibt es bei Organspenden eine Altersgrenze?

Stand
AUTOR/IN
Conny Bürk

Audio herunterladen ( | MP3)

In den 1970er-, 1980er-Jahren gab es für die Auswahl von potenziellen Organspendern nach ihrem Tod eine grobe Altersgrenze von 65 Jahren. Nun hat sich aber gezeigt, dass wir einen Organmangel haben und dass die Liste der möglichen Empfänger, gerade für Nieren- oder für Lebertransplantationen, viel größer ist als das Organ-Angebot. Und weil das so ist, hat man überlegt, wie man die Lücke zwischen dem Angebot von Organen und den Wartenden schließen kann.

Keine Altersbegrenzung mehr bei der Organspende

Das hat dazu geführt, dass man sagte: Auch über 65-Jährige können Organe haben, die noch gut funktionieren. Man hat die Kriterien für die Spender also dahingehend gelockert, dass es keine Altersgrenze mehr gibt. Es sind auch Organe bei 80-Jährigen, häufig etwa Nieren oder auch mal die Leber, entnommen und transplantiert worden.

Auf die Organe kommt es an

Ein Herz oder eine Bauchspeicheldrüse kommt in diesem Alter sicherlich weniger infrage. Aber die Nieren zeigen häufig bis ins hohe Alter eine gute Organfunktion. Das wird vorher, auf der Intensivstation, evaluiert. Es wird also geprüft, ob die Organe sich noch eignen, trotz des Alters des Patienten. Es gibt keine festgelegte Altersgrenze.

Durch Lebendspende – das betrifft Leber- und Nieren – hat man versucht, den Organmangel etwas abzumildern. Aber auch Lebendspender können den Bedarf an Organen nicht decken. Deswegen sind die Kriterien für die Spende gelockert worden. Man spricht bei Organen, die von über 65-Jährigen stammen, von Extended Criteria oder ausgeweiteten, erweiterten Indikationen.

Medizin Programm "Old for Old": Spenderorgane älterer Menschen nutzen

Viele denken, dass nur junge Menschen Organe spenden können und ältere Organe gar nicht mehr zu gebrauchen sind. Das ist aber überhaupt nicht so. „Old for Old“ heißt ein Programm, bei dem die Organe älterer Menschen älteren Menschen transplantiert werden. Ein Beispiel aus Pellingen bei Trier.

SWR2 Impuls SWR2

Medizin Können Organspender bei der Entnahme Schmerzen haben?

Man kennt solche Schauergeschichten, dass sich der Körper eines Verstorbenen während der Organspende bewegt. Der Hintergrund dafür ist aber recht einfach. Von Conny Bürk

Ethik Dilemma Organspende – Einwände gegen die Widerspruchslösung

Darf der Staat seine Bürger zwingen, sich mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen? Wer kein Organspender sein will, muss sich aktiv dagegen aussprechen. So will es ein Gesetzentwurf.

SWR2 Wissen SWR2

Derzeit gefragt

Ornithologie Benutzen Blaumeisen das Nest vom Vorjahr oder bauen sie neu?

Das alte Nest, so wie es ist, wird nie mehr direkt benutzt, sondern die Vögel bauen ein neues Nestchen darüber. Von Claus König

Redensarten Einen Zahn zulegen – woher kommt das?

Immer wieder wird behauptet, bei dieser Redewendung gehe es um den Kräuel, eine Art Zahnstangenaufhängung für Töpfe. Das ist falsch. Tatsächlich geht es um die Zeit der Industrialisierung und der Dampflokomotiven. Von Rolf-Bernhard Essig

Redensart Woher kommt "der Teufel ist ein Eichhörnchen"?

Der weit verbreitete Spruch hängt damit zusammen, dass das Eichhörnchen immer schon im Aberglauben negativ besetzt war. Denn zwei Faktoren verbinden es mit dem Teufel. Von Rolf-Bernhard Essig.

Haushalt Welche Schneidebretter sind hygienischer: Kunststoff oder Holz?

Fleisch enthält viele Mikroorganismen, da empfiehlt sich Kunststoff. Das Brett lässt sich in der Spülmaschine gut reinigen. Auch Gemüse kann nennenswerte Mengen von Mikroorganismen enthalten. Von Markus Egert | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

SWR2 Impuls SWR2

Astronomie Wie lautet der Merkspruch für die Reihenfolge der Planeten?

Früher hieß er "Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten." Seit Pluto weggefallen ist kann man sagen: "Mein Vater erklärt mir jeden Samstag unseren Nachthimmel." Von Tilman Spohn

Gesundheit Mit dem Rauchen aufhören: Wann ist der Körper wieder auf Nichtraucherniveau?

Das Rauchen hat viele Auswirkungen auf den Körper. Manche verschwinden, wenn man aufhört, schneller, andere brauchen länger. Recht schnell verschwinden die unmittelbaren Symptome, also der Raucherhusten und die Kurzatmigkeit. Von Gábor Paál | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

Ornithologie In welchen Abständen legen Meisen ihre Eier?

Eine Blaumeise kann bis zu 12 Eier legen – jeden Tag eins. Trotzdem schlüpfen die Jungen alle gleichzeitig, denn gebrütet wird erst, wenn das Gelege vollständig ist. Von Hans-Heiner Bergmann