Porträt

Der finnische Dirigent Klaus Mäkelä: 28 Jahre alt und heiß begehrt

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Autor/in
Sophie Schulze

Der Terminkalender des finnischen Dirigenten und Cellisten Klaus Mäkelä ist übervoll: Allein an sechs aufeinanderfolgenden Tagen im Mai dirigierte er in der Pariser Philharmonie, im Wiener Musikverein, im Kulturpalast Dresden und der Konzerthalle von Kattowitz. 2027 wird er gleich zwei der weltbesten Orchester übernehmen – als Chefdirigent des Royal Concertgebouw Orchestra und Musikdirektor des Chicago Symphony Orchestra. Damit tritt er in große Fußstapfen, die er sich hart erarbeitet hat.

Große Leidenschaft für Musik schon als Kind

Der Enthusiasmus des finnischen Dirigenten und Cellisten Klaus Mäkelä überträgt sich unmittelbar. Mit jeder Faser verströmt er seine Leidenschaft für die Musik, die er schon im Kindesalter entwickelte. Seine Eltern, sowie auch sein Großvater sind Musiker. 

Ich hatte nie einen anderen Traum, als Musiker zu sein.

Und dieser Traum ist auf ganz natürliche Art und Weise wahr geworden. Heute steht Mäkelä vor den größten Orchestern der Welt. So ist er Chefdirigent des Oslo Philharmonic sowie Musikdirektor des Orchestre de Paris. Und leitete unter anderem bereits die Berliner Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig und das New York Philharmonic.

Es habe sich für ihn nach all der Arbeit ganz natürlich angefühlt, sagt Mäkelä. Er hatte auch genug Zeit, alles zu verarbeiten. Jetzt schätzte er sich glücklich, mit den Besten zusammenzuarbeiten. 

YouTube-Video: Klaus Mäkelä dirigiert das Concertgebouw Orchestra

Ein ganz eigener Dirigierstil im Dialog mit den Musikern

Unterrichtet wurde Klaus Mäkelä in der Dirigentenschmiede von Jorma Panula, bei dem unter anderem auch Jukka-Pekka Saraste und Esa-Pekka Salonen studierten. 

Bei Panula hat Klaus Mäkelä seinen eigenen Dirigierstil gefunden und einen Weg, das Beste aus den Musikerinnen und Musikern zu schöpfen:

Das beste Resultat entsteht, wenn ich ihnen ein Konzept anbiete – ich gebe ihnen Gedanken, Impulse, sehr praktische, manchmal auch ganz metaphysische Anweisungen. Aber dann antworten sie mit etwas Eigenem, was auf dem, was ich gefragt habe, basiert. Und dann wird es eine Konversation, ein Dialog, und das finde ich dann musikalisch unglaublich zufriedenstellend.

Eine Doppelbegabung: Dirigent und Cellist

Während seiner Dirigierausbildung an der Sibelius-Akademie, studierte Mäkelä auch Cello. Schon im Alter von 15 Jahren wurde er vom Helsinki Philharmonic als Aushilfscellist engagiert. 

Manche Juwelen der klassischen Musik sind Kammermusikstücke, die Komponisten genutzt haben, um sehr Persönliches und Intimes auszudrücken. Das ist der Grund, warum ich es liebe, diese Musik zu spielen.

Neben Klaus Mäkeläs persönlicher Liebe für die Kammermusik, hat sie, seiner Meinung nach, auch einen lehrenden Aspekt. Sie bringe einem die wichtigste Fertigkeit eines Musikers bei: zuzuhören.

Konzert bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen

Und das Lernen in der Musik hört für den finnischen Cellisten und Dirigenten nie auf: „Es gibt immer ein Repertoire, dass man noch nicht gespielt hat oder dass man anders spielen kann.“

Die Doppelbegabung des 28-jährigen Klaus Mäkelä als Dirigent und Cellist wird am Sonntag, 9. Juni bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen zu erleben sein. Gemeinsam mit dem Violinisten Daniel Lozakovich und dem Oslo Philharmonic steht er mit Werken von Johannes Brahms auf der Bühne.

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