Zeitgenossen

Sophie von Bechtolsheim: „Geschichte kann erbarmungslos über Familien und Schicksale hinwegrollen.“

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Rainer Volk

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Sophie von Bechtolsheims kindliche Begegnung mit ihrem Großvater, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, konnte auch im Klassenzimmer stattfinden: „In der 9.Klasse, als die NS-Zeit drankam, da habe ich ein Schulbuch aufgeschlagen – und da war das Foto meines Großvaters mit einem kurzen Text.“

Nina von Stauffenberg hatte ein „unglaubliches Gedächtnis.“

Die studierte Historikerin und ausgebildete Mediatorin, Jahrgang 1968, kennt ihren berühmten Ahnen, der am 20.Juli versuchte; Hitler zu ermorden, nur indirekt: Durch intensive Gespräche mit ihrer Großmutter Nina von Stauffenberg. „Ihr war das Vermächtnis schon wichtig, aber sie wollte ihr Leben nicht ausschließlich in der ‚Verwaltung‘ dieses Erbes verbringen“, sagt sie über den Standpunkt der Stauffenberg-Witwe.

„Wir wollen keine ‚Berufshinterbliebenen‘ sein.“

Sophie von Bechtolsheim fand lange, dass der familiäre Blick auf das Geschehen „nicht relevant“ sei. Doch dann empörte sie eine Stauffenberg-Biografie, in der die Tat des Grafen Stauffenberg als bloßes Fanal ohne politische Intention interpretiert wurde.

Erfolgsautorin wider Willen.

Ein Buch brachte Sophie von Bechtolsheim ab von ihrer Arbeit als Mediatorin: Es hatte den Gedanken nahegelegt, ihr Großvater, Claus Graf Schenk von Stauffenberg, habe einen ähnlichen Handlungsimpuls gehabt wie Attentäter, die heute in den Schlagzeilen stehen. Empört schrieb die studierte Historikerin eine Entgegnung, die ein unverhoffter Erfolg wurde.

Zu den Folgen gehört ein zweites Buch, in dem sie Begegnungen mit anderen Menschen mit Diktatur-Erfahrungen schildert. „Sehr berührend“ seien diese Erlebnisse.

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