Kind beim Essen von Gemuese. Mit der Hand werden einzelne Erbsen gegriffen. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / photothek | Ute Grabowsky)

Nur noch Gemüse für Kita-und Schulkinder

Was für und gegen vegetarische Ernährung von Kindern spricht

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AUTOR/IN
Sabine Schütze
Martin Thiel
ONLINEFASSUNG
Jutta Kaiser

In Freiburg soll in Kitas und Schulen ab dem kommenden Schuljahr nur noch vegetarisches Essen angeboten werden. Das findet nicht jeder gut.

Fleisch ist ein wertvolles Lebensmittel, keine Frage. Es enthält immunstärkendes Zink, Selen und B-Vitamine. Und es ist ein sehr guter Eiweiß- und Eisenlieferant. Doch kann es gleichwertig ersetzt werden?

Freiburger Gemeinderat beschließt vegetarisches Schulessen

In Freiburg hat der Gemeinderat entschieden, dass ab dem Schuljahr 2023/2024 in Grundschulen und Kitas nur noch ein Gericht angeboten werden soll, und zwar ein vegetarisches. Das soll laut Stadt die Verwaltung vereinfachen, sorgt aber im Vorfeld für kontroverse Diskussionen.

Der Körper kann tierisches Eiweiß besser verwerten

Fakt ist: Unser Körper kann tierisches Eiweiß und Eisen besser verwerten als pflanzliches. Kinder brauchen besonders viel davon, weil sie noch wachsen. Deshalb raten manche Ernährungswissenschaftler bis heute, dass Kinder bis zu drei Fleischmahlzeiten in der Woche erhalten sollten.

Neuere Studien haben inzwischen aber gezeigt, dass das völlig unnötig ist. Kinder kommen ohne Fleisch prima zurecht und leiden keinen Mangel - solange Milchprodukte und Eier mit auf dem Speiseplan stehen. Wenn diese mit Hülsenfrüchten, Nüssen und Gemüse zu ausgewogenen Mahlzeiten kombiniert werden, kriegen Kinder – genauso wie Erwachsene – alle Nährstoffe, die sie brauchen.

Wie sieht gesundes Schulessen aus?

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat Qualitätsstandards für ein gesundes Schulessen erstellt: Demnach sollten Salat, Gemüse und Obst sowie Vollkornnudeln, Reis und Kartoffeln als Basis einer gesunden Ernährung täglich im Schulessen enthalten sein.

Zu Fleisch und Wurst empfiehlt die DGE, sie maximal ein Mal pro Woche auf den Speiseplan zu setzen, dazu ein Mal Fisch pro Woche.

Eine ausgewogene Ernährung ohne Fleisch schützt auch die Umwelt

Neben den gesunden Inhaltsstoffen enthält Fleisch auch unerwünschte Begleitstoffe wie zum Beispiel Fett und Cholesterin. Rotes Fleisch von Rind, Schwein und Lamm begünstigt die Entstehung von Darmkrebs. Daher ist weißes Fleisch wie Geflügel bevorzugt anzubieten.

Eine vegetarische Ernährung hat nicht nur Effekte für die Gesundheit. Zigtausend fleischlose Schulessen wirken sich auch positiv auf die CO2-Bilanz einer Stadt aus und senken den Wasserverbrauch.

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