Auf diesen Feldern nahe des Stadions von Mainz 05 soll das geplante Biotechnologie-Areal entstehen. (Foto: SWR)

Gelände an der Saarstraße

Umweltverbände kritisieren Mainzer Pläne für Biotech-Areal

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Mainz soll nach dem Willen der Stadtspitze zu einem führenden Biotechnologie-Standort werden. Und dafür soll gebaut werden. Doch gegen diese Pläne regt sich jetzt Kritik.

"Mainz ist weltweit in aller Munde", und dieses Momentum wolle man nutzen, sagte der Mainzer Finanzdezernent Günter Beck (Bündnis 90/Die Grünen), als die Stadt vor kurzem ihre Pläne für ein großes Biotechnologie-Areal vorstellte. Nach dem Erfolg des Mainzer Pharma-Unternehmens BioNTech sollen sich auf dem 18 Hektar großen Gelände an der Mainzer Saarstraße in den nächsten Jahren weitere Biotechnologie-Unternehmen niederlassen.

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Die Pläne sehen zudem vor, ein weiteres Areal in Größe von 50 Hektar möglicherweise auch zu bebauen. Dagegen richtet sich der aktuelle Protest. Ein Zusammenschluss zahlreicher Umwelt- und Klimaschutzgruppen will dem Bauausschuss der Stadt Mainz in dieser Woche eine Liste mit Forderungen und Anregungen zu dem geplanten Bebauungsgebiet überreichen.

Gefahr für Frischluftzufuhr der Stadt befürchtet

Die Gruppe befürchtet, dass die Neuversiegelungen das Leben in der Stadt gefährden könnten. Mainz gehöre jetzt schon, zusammen mit Wiesbaden, zu den heißesten Städten in Deutschland. Deshalb dürften die Frischluftschneisen nicht durch Bebauungen in solch großem Stil eingeschränkt werden.

Viele Grundstücke gehören Landwirten

Außerdem gebe es in dem betreffenden Areal großflächige, wertvolle und fruchtbare Ackerflächen, die erhalten werden müssten. Auch der Artenschutz in diesem Gebiet müsse umfassend berücksichtigt werden.

Landwirt Alfred Zimmer beispielsweise würde seine Ackerflächen am Stadion nicht für den Bau eines Biotech-Campus verkaufen. Er sagt: "Wir wollen Lebensmittel produzieren. Wir sind Landwirte und keine Immobilienhändler. Wenn das Gelände bebaut wird, ist die Landwirtschaft gestorben." Im Moment baut er Getreide und Raps auf den Feldern an.

Schon versiegelte Flächen und Leerstand prüfen

Die Gruppe fordert, dass auch Alternativstandorte ergebnisoffen betrachtet werden müssten. Beispielsweise sollten bereits versiegelte Flächen geprüft werden, wie etwa das frühere Nestlé-Gelände in Mainz-Mombach oder das Messegelände in Mainz-Hechtsheim. Auch sollte der bestehende Leerstand in der Mainzer Innenstadt mit betrachtet werden.

Planungen auf Eis legen bis zur OB-Wahl

Die Umwelt- und Klimaschutzverbände fordern, weitere Entscheidungen in Sachen Biotech-Campus auf den Zeitraum nach der OB-Wahl zu verlegen. Voraussichtlich am 12. Februar wird in Mainz eine neue Oberbürgermeisterin oder ein neuer Oberbürgermeister gewählt.

Hans-Georg Frischkorn von der Initiative MainzZero sagte: "Wir sind der Überzeugung, dass die Frage, wie Mainz mit Wachstum umgeht, so entscheidend ist, dass die neue Oberbürgermeisterin oder der neue Oberbürgermeister hier mitreden und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden sollte."

Zu den Unterzeichnern der Forderungen gehören folgende Initiativen, Vereine und Verbände: Arbeitskreis Umwelt Mombach, BUND Mainz, Bündnis Stadtklima Mainz-Wiesbaden, MainzZero, Nachhaltigkeitsinitiative Bretzenheim, Parents For Future Mainz, Workers For Future.

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