Die Mainzer Stadtpolitik bewertet den Wechsel von Michael Ebling in die Landespolitik unterschiedlich. (Foto: SWR)

Reaktionen auf Amtswechsel

Innenminister Ebling: Das sagt die Mainzer Politik

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Es ging alles ganz schnell. Gestern war er noch Oberbürgermeister, inzwischen ist Michael Ebling (SPD) Innenminister. Den plötzlichen Jobwechsel bewerten die Mainzer unterschiedlich.

Seine eigene Fraktion sei völlig überrascht worden, sagt die Mainzer SPD-Fraktionsvorsitzende Jana Schmöller. "Das Land gewinnt mit ihm einen wunderbaren Politiker, der in Mainz eine sehr gute Arbeit geleistet hat. Schmerzhaft ist auf der anderen Seite, dass wir ihn in Mainz verlieren." Schmöller zeigt sich sicher, dass die SPD auch die nächste Oberbürgermeisterwahl ohne Ebling gewinnen werde.

Die FDP-Fraktion im Mainzer Stadtrat sieht den Wechsel als logische Konsequenz. Der Fraktionsvorsitzende David Dietz sagte, ein Mainzer Oberbürgermeister sei immer für ein Amt in der Landesregierung gut. Als früherer Staatssekretär im Bildungsministerium sei Michael Ebling auch auf Landesebene gut vernetzt, so Dietz weiter. Und Ebling habe gezeigt, dass er eine Verwaltung auch in schwierigen Zeiten führen könne.

Die CDU-Fraktion findet es zwar gut, dass mit Ebling nun ein weiterer Mainzer in der Landesregierung sitze. Das helfe der Stadt. Der Fraktionsvorsitzende Ludwig Holle sagt aber auch, die Aufgaben des Innenministeriums seien bisher nicht Eblings Schwerpunkte gewesen. Die Flüchtlingspolitik sei in Mainz beispielsweise ein eher problematisches Feld gewesen.

Kritik an Eblings Führungsstil

Die ÖDP-Fraktion im Mainzer Stadtrat bezeichnet den Wechsel Eblings ins Innenministerium als einen ziemlichen Schlag für das politische Mainz. Die Frage sei jetzt, wen die Parteien als Kandidaten für seine Nachfolge ins Rennen schickten. Die SPD habe nach Ebling niemanden mehr und auch die CDU in Mainz sei derzeit nicht mit Spitzenpersonal gesegnet, so der ÖDP-Fraktionsvorsitzende Claudius Moseler.

Die Veränderung in der Mainzer Stadtpolitik begrüßt er. Vorschläge der Opposition seien unter Ebling immer einkassiert worden. Es habe kein kollegiales Miteinander gegeben. Ob das Innenministerium das Passende für Michael Ebling sei, wisse Moseler nicht. Immerhin: Die nötige Härte habe er.

Die AfD-Fraktion spricht von einer typischen Politikerkarriere. Und sie sagt: Ebling habe lediglich verwaltet und wenige innovative Ideen gehabt. Die SPD habe nun das Problem, einen Nachfolger zu finden, da Ebling die Mainzer SPD sehr dominant geführt habe.

Der Vorsitzende der Fraktion Piraten & Volt, Maurice Conrad, sieht in Eblings Wechsel eine Chance. Als Nachfolgerin wünscht er sich eine Frau, die mehr Biss habe und vermitteln könne.

Die Grünen wollten sich auf SWR-Anfrage vorerst nicht äußern.

Auch die Mainzer Bürgerinnen und Bürger haben eine geteilte Meinung zu Eblings Jobwechsel. "Ich find den für den Job ganz gut, weil der ist nah am Mensch", sagt ein Mainzer. Eine andere Frau sagt: "Ebling ist nicht geeignet für das Amt des Innenministers."

Als Stadtoberhaupt hat Ebling immer betont, über Parteigrenzen hinweg für alle rund 220.000 Menschen in der Stadt da zu sein. Künftig erstrecken sich seine Aufgaben auf gut 4 Millionen Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer.

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