600 Weihnachtstüten für Bedürftige

Überwältigende Spendenbereitschaft bei Tafel in Kirn

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AUTOR/IN
Vanessa Siemers

Hunderte von Weihnachtstüten gefüllt mit Plätzchen, Honig, Christstollen und Rapsöl werden die ganze Woche über an Bedürftige im Raum Kirn verteilt. Die Spendenbereitschaft bei der Tafel Kirn ist derzeit "unbeschreiblich" hoch.

Dass vor den Weihnachtsfeiertagen viele Menschen mit ihren Spenden großzügiger sind, ist an sich nichts Neues. Die Tafel in Kirn und Bad Sobernheim hat in den letzten Tagen aber so einen großen Zuspruch an Spenden erlebt, dass die Vorsitzende Ellen Kriegel ihr Glück noch immer kaum fassen kann: "Das ist so schön. Wir sind so dankbar."

Noch Ende November waren die Lebensmittel laut Kriegel eher knapp. Daraufhin hatte die Tafel unter anderem in den sozialen Medien einen Aufruf gestartet. Was dann an Spenden von Privatpersonen, regionalen Firmen, aber auch Stiftungen rein kam, sei überwältigend gewesen, so die Vorsitzende.

"Das ist Wahnsinn, das ist unbeschreiblich."

Lager der Tafel sind dank Spenden gut gefüllt

Dank der vielen Spenden sind die Lager in Kirn und Bad Sobernheim für die nächste Zeit gut gefüllt. Damit können die vielen Bedürftigen bis zum Ende des Jahres gut versorgt werden. Was allerdings nach wie vor fehlt: frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse oder auch Milchprodukte. Die seien derzeit recht schwer zu bekommen.

Umso mehr freut sich Kriegel, dass sie zu Weihnachten zusammen mit ihrem Team etwa 600 Tüten an die Bedürftigen verteilen kann. Neben traditionellem Christstollen gibt es darin beispielsweise auch Honig von einem regionalen Imker, Plätzchen und eine Handcreme für die kalten Tage. Viele Betriebe aus der Region und auch Stiftungen haben die Tafel dabei sehr großzügig unterstützt.

"Wir haben in den letzten Tagen auch von Schulklassen und von vielen Privatleuten Spenden erhalten. Einige geben uns Geld, andere überweisen es direkt und wieder andere bringen uns Lebensmittel vorbei."

Ellen Kriegel und ihr Team versorgen in Kirn aktuell rund 180 Familien. In Bad Sobernheim kommen noch einmal 60 weitere hinzu. Seit Beginn des Ukraine-Krieges und der Energiekrise ist die Anzahl an Menschen, die zur Tafel kommen, noch einmal gestiegen - allein in Kirn seit Ende Oktober um rund 30 Prozent. "Mittlerweile kommen auch wieder viele Menschen zu uns, die vorher eine Zeit lang nicht mehr gekommen sind. Weil aber alles teurer geworden ist, brauchen sie wieder Unterstützung", so die Vorsitzende.

Kein Aufnahmestopp bei Tafel in Kirn

Die Tafel Kirn hat bisher keinen Aufnahmestopp verhängt. "Wir möchten das auch künftig nicht tun. Alle Menschen, die Hilfe brauchen, sollen zu uns kommen können", so Kriegel. An den beiden Standorten in Kirn und Bad Sobernheim arbeiten rund 50 Mitarbeitende, die meisten ehrenamtlich. Dank ihnen kann die Tafel wöchentlich an vier Tagen öffnen.

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