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Der mit dem Corona-Virus infizierte Soldat, der seit Mittwoch im Koblenzer Bundeswehrzentralkrankenhaus behandelt wird, hatte Kontakt zu mindestens 15 andere Soldaten.

Sie sind nach Angaben der Bundeswehr alle in Köln-Wahn stationiert. Die betroffenen Kontaktpersonen sind jetzt nach Angaben eines Sprechers in häuslicher Quarantäne und müssen genau Tagebuch über ihren Gesundheitszustand führen. Gleichzeitig versuchen die zivilen Behörden, weitere Kontaktpersonen des 41-jährigen Soldaten zu finden.

Er hatte sich am 15. Februar in Nordrhein-Westfalen angesteckt, danach aber noch Karneval gefeiert und war am Mittwoch ins Koblenzer Bundeswehrzentralkrankenhaus eingeliefert worden. Derweil warnen die Gesundheitsämter vor Panik. Wer glaubt, das Virus zu haben, sollte sich telefonisch mit seinem Arzt in Verbindung setzen und persönliche Kontakte vermeiden. Die Krankenhäuser richten sich jetzt in den Tagen nach Karneval auf eine größere Zahl an Verdachtsfällen ein.

Bekannte war erkrankt

Der Soldat der Flugbereitschaft am Militärflughafen Köln-Wahn hatte Kontakt zu einem schwer erkrankten Patienten in Nordrhein-Westfalen. Er wohnt in Gangelt im Kreis Heinsberg. Dort war bei dem 47 Jahre alten Bekannten das neue Coronavirus nachgewiesen worden. Mit diesem und seiner Frau habe er privaten Kontakt gehabt.

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Mann weist Grippesymptome auf

Seit Donnerstag letzter Woche weise er Symptome eines grippalen Infektes auf. "Der Patient spürt lediglich ein Kratzen im Hals. Er fühlt sich nicht krank, muss aber im Bundeswehrzentralkrankenhaus bleiben, bis er virenfrei ist", so ein Sprecher des Sanitätsdienstes der Bundeswehr.

Die Luftwaffe informiert über die weiteren Entwicklungen auf ihrem offiziellen Twitter-Kanal:

Twitter-Kanal der Luftwaffe

Bätzing-Lichtenthäler: "Land sehr gut vorbereitet"

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) kündigte an, den Pandemieplan des Landes zu überarbeiten. Man sei nach vergangenen Influenza-Epidemien gut aufgestellt, nun müsse der vorhandene Plan an das Coronavirus angepasst werden.

Sie und ihre Leute seien in ständigem Austausch mit dem Robert-Koch-Institut, das die Maßnahmen koordiniere. Es gebe in ihrem Ministerium eine eigene Task-Force, die ressortübergreifend arbeite, so Bätzing-Lichtenthäler.

"Keine Abschottung von Dörfern"

Es werde in der Tat immer schwieriger, die Kontaktpersonen herauszufinden, bei denen sich Coronavirus-Patienten angesteckt haben, räumte Bätzing-Lichtenthäler ein. Bei den Krankheitsfällen in Heinsberg in Nordrhein-Westfalen sei es zweckmäßig gewesen, Schulen und Kindergärten zu schließen. "Wenn es zu solchen Fällen in Rheinland-Pfalz kommt, ist dies auch bei uns eine denkbare Maßnahme. Abschottung von Stadtgebieten oder Dörfern, das sehen wir nicht als zielführend und auch nicht als sinnvoll an", sage die Ministerin wörtlich.

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