Moseltalbrücke der Autobahn A61 bei Winningen

Ergebnisse des Gutachtens vorgestellt

A61-Moseltalbrücke muss saniert werden - bleibt aber befahrbar

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AUTOR/IN
Christian Giese-Kessler
Portraitfoto von Reporter Christian Giese-Kessler aus dem SWR-Studio Koblenz in Rheinland-Pfalz.

Die Moseltalbrücke bei Winningen muss in den nächsten Jahren aufwendig instandgesetzt werden. Laut einem Gutachten der Autobahn GmbH muss sie dafür aber nicht gesperrt werden.

Anfang des Jahres wurden Risse an der Hochbrücke über das Moseltal entdeckt. Als Sofort-Maßnahme hatte die Autobahn GmbH mit Tempo-Beschränkungen reagiert. In beiden Richtungen darf seitdem auf der jeweils rechten Spur nur mit Tempo 60 gefahren werden. Auf der linken Spur gilt Tempo 80. Für Schwertransporte unter 44 Tonnen gilt ein Mindestabstand von 50 Metern - noch schwerere Fahrzeuge dürfen die Brücke überhaupt nicht mehr befahren.

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Zeitgleich mit der Maßnahme begannen auch die umfangreichen Untersuchungen an dem Bauwerk. Transport- und Logistikunternehmen hatten die große Befürchtung, dass die Brücke auch für "normale" Lkw komplett gesperrt wird. Denn die Ausweichstrecken, wie etwa die B9, sind jetzt schon sehr belastet. Eine Verlagerung des kompletten Lkw-Verkehrs hätte zum Kollaps geführt, waren sich die Unternehmen auf SWR-Nachfrage sicher. Täglich fahren über 10.000 Lkw über die Moseltalbrücke.

LKW-Verbot vom Tisch - Tempolimits bleiben

Dieses Schreckgespenst ist vorerst vom Tisch. Die Autobahn GmbH hat die Untersuchungsergebnisse vorgestellt. Demnach ist die Tragfähigkeit der Brücke weiterhin auch für Lkw gegeben. Ein Verbot ist auch während der anstehenden Sanierungsarbeiten nicht nötig.

Alle bisherigen Einschränkungen bleiben also bestehen. Es bleibt bei den Tempo-Beschränkungen. Und auch alle Schwertransporte über 44 Tonnen müssen teils 100 bis 200 Kilometer lange Umwege in Kauf nehmen, denn sie dürfen die Moseltalbrücke weiterhin nicht befahren.

Risse am gesamten Brückenbauwerk gefunden

Die Moseltalbrücke ist mit ihren bis zu 136 Metern Höhe die zweithöchste Autobahnbrücke Deutschlands. Laut den Untersuchungen gibt es die punktuellen Schäden auf der gesamten Länge des Brückenkörpers von 935 Metern. Deswegen ist eine aufwendige Instandsetzung nötig.

Wie lange das dauert und wie teuer es wird, kann die Autobahn GmbH noch nicht abschätzen. Die Pläne für die Sanierung würden noch bis Ende des Jahres entwickelt, erst dann könnten genauere Angaben gemacht werden, so ein Sprecher. Im Jahr 2024 können die eigentlichen Sanierungsarbeiten dann nach eigener Auskunft planmäßig beginnen.

Alle gefundenen Risse würden im gesamten Zeitraum einmal pro Woche kontrolliert, um im Notfall schnell reagieren zu können, so die Autobahn GmbH.

Winningen

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Am Vormittag SWR4 Rheinland-Pfalz