Werbung bei Amazon Prime: Verbraucherschützer klagen

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INTERVIEW
Andreas Herrler
ONLINEFASSUNG
Moritz Braun

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"Amazon Prime" war eigentlich mal für die bevorzugte Belieferung durch den Online-Händler gedacht. Inzwischen ist eine der populärsten Nutzungsarten aber der integrierte Streaming-Dienst "Amazon Prime Video". Bisher konnten Kundinnen und Kunden dort werbefrei viele Filme und Serien schauen, aber ab heute ist damit Schluss: Im Januar haben die Abonnenten eine entsprechende E-Mail mit der Ankündigung bekommen, dass sie zukünftig nur noch gegen 2,99 Euro Aufpreis werbefrei gucken können. Warum diese Vorgehensweise besonders umstritten ist und wie das etwa beim großen Konkurrenten Netflix mit der Werbung ist, erklärt Stephanie Geißler aus der SWR-Wirtschaftsredaktion im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler.

Was kritisieren Verbraucherschützer?

Von Verbraucherschutz-Organisationen kommt Kritik: Sie haben Amazon deshalb schon abgemahnt. Es handele sich um eine "einseitige Anpassung" bestehender Verträge. Dafür hätte Amazon die Zustimmung seiner Abonnentinnen einholen müssen, so die Argumentation der Verbraucherzentrale.

Was macht Netflix anders?

Der Streaming-Anbieter Netflix hat Ende 2022 das Werbe-Modell ganz anders eingeführt. Den Kundinnen und Kunden wurde ein deutlich günstigeres Abo-Modell mit Werbung angeboten. Dafür konnte man sich aktiv entscheiden. Wer nichts ändern wollte, für den änderte sich auch nichts. Im normalen Abo gibt es weiterhin keine Werbung zum gleichen Preis wie vorher.

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Was soll ich tun, wenn ich weiterhin keine Werbung bei Amazon Prime Video sehen will?

Im Moment bleibt nur die Möglichkeit, den Aufpreis von 2,99 Euro zu zahlen. Wer das nicht möchte, muss entweder mit der Werbung leben oder sein "Amazon Prime"-Abonnement kündigen. Allerdings beendet man damit das komplette Prime-Paket - man kann dann zum Beispiel auch keine Produkte mehr bestellen, die man schon am nächsten Tag geliefert bekommt.

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