Mehr Hinrichtungen: "Weltweite Ächtung der Todesstrafe"

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Pascal Lechler
Pascal Lechler steht im Sendestudio von SWR Aktuell
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Andreas Böhnisch

Die Zahl der Hinrichtungen weltweit steigt weiter an. Julia Duchrow von Amnesty International (AI) fordert deshalb, dass die Todesstrafe weltweit geächtet werden muss.

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Die Zahl der gerichtlichen Hinrichtungen ist laut Amnesty International (AI) im vergangenen Jahr mit mindestens 1.153 auf den höchsten Wert seit 2015 gestiegen. "Die Todesstrafe muss weltweit geächtet werden", fordert deshalb Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Pascal Lechler.

Fast drei Viertel der Hinrichtungen im Iran

Besorgniserregend sei die Entwicklung im Iran. Es habe massive Übergriffe auf Personen gegeben, die für Meinungsfreiheit und Geschlechtergerechtigkeit protestiert hätten. Auch sexualisierte Gewalt sei auf den Demonstrationen vorgekommen. Die Repressionen gegenüber der Zivilbevölkerung hätten sich massiv erhöht, was sich auch in der Zunahme der verhängten Todesurteile widerspiegele.

Die Zahl der Hinrichtungen im Iran ist um 48 Prozent gestiegen.

Das zeige sich zum einen daran, dass zwanzig Prozent der Hingerichteten der Volksgruppe der Belutschen angehörten, obwohl sie nur fünf Prozent der Bevölkerung im Iran ausmachen. Zum anderen werde die Todesstrafe bei Drogendelikten verhängt. Beides stehe im Widerspruch zum internationalen Recht. Danach dürften Menschen nur hingerichtet werden, wenn sie "absichtlich ein Tötungsdelikt" - also einen Mord - begangen haben.