Knapp in den Aussagen, leicht genervte Attitüde

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Autor/in
Arne Wiechern
Arne Wiechern steht im Gang eines SWR-Gebäudes.

Sommerinterviews in ARD und ZDF: CDU-Chef Friedrich Merz kam im Zweiten zu Wort, Bundeskanzler Olaf Scholz im ARD-Sommerinterview. Die Politikwissenschaftlerin Claudia Ritzi von der Universität Trier vermisste bei Scholz Klartext.

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Ihre Einschätzung: "Die Zuschauer hätten sich gewünscht, zu sehen, dass er (beim Thema Haushalt) eine Richtlinienkompetenz ausübt, dass er etwas zu sagen hat, dass er Klarheit schafft in dem Gespräch".

"Aussage '...da ist was los' eine der schwächsten im Interview"

Scholz Aussage zum Stimmungshoch der AfD in den ostdeutschen Bundesländern - "im Osten ist was los" bezeichnete Ritzi als "eine der schwächsten Aussagen in diesem Interview. Damit fängt man gar nichts an. Inzwischen liegen einige Studien vor, was denn eigentlich los ist in Ostdeutschland - und das geht auch weit über das Thema Ukraine und Waffenlieferungen hinaus. Hier fand ich, war der Unwillen des Kanzlers spürbar, die Position der eigenen Partei zu verändern."

" ...lässt einen ein bisschen schulterzuckend zurück"

Insgesamt sei Scholz sehr gut informiert und sehr selbstbewusst aufgetreten, so das Fazit der die Politikwissenschaftlerin - "und er hat gesagt, das, was wir machen, ist richtig. Das sagte er mit Blick auf die Ukraine-Politik, das sagte er mit Blick auf die Unzufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger im Osten, das sagte er auch mit Blick auf die Wohnungsbaupolitik. Das lässt einen ein bisschen schulterzuckend zurück", so Claudia Ritzi im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Arne Wiechern.