Ernte auf einem Erdbeerfeld

Lohnkosten treiben Preise

Saftige Preise für Erdbeeren

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ONLINEFASSUNG
Marcel Fehr
AUTOR/IN
Stefanie Peyk

Erdbeeren aus Deutschland sind ganz schön teuer: Fast sechs Euro kostet an manchen Ständen das Pfund. Gründe dafür sind schlechtes Wetter und gestiegene Lohnkosten.

Wer auf dem Wochenmarkt oder an den Straßenständen deutsche Erdbeeren kauft, muss sich auf deftige Preise einstellen. Im Durchschnitt lagen die Verbraucherpreise in Baden-Württemberg zuletzt zwischen etwas mehr als zwei Euro und fast sechs Euro pro Pfund deutsche Erdbeeren. In Rheinland-Pfalz zwischen drei und fünf Euro.

Offenbar gibt der Markt diese Preise her. Wobei vor allem Erdbeeren auf dem Wochenmarkt oder in der Direktvermarktung, an Straßenständen oder in Hofläden, so hochpreisig sind. Im Supermarkt hat man deutsche Erdbeeren letzte Woche auch schon für deutlich weniger als 4 Euro bekommen, beim Discounter erst recht.

Preistreiber: Lohnkosten

Der Mindestlohn für Erntehelfer ist gestiegen. In dieser Erdbeersaison müssen zwölf Euro die Stunde gezahlt werden. Das schlägt sich dann auch im Verbraucherpreis für die Erdbeeren nieder. Denn für die Erdbeerernte braucht man verhältnismäßig viele Erntehelfer. Deshalb fallen die Lohnkosten bei Erdbeeren besonders stark ins Gewicht. Beim Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer in Bruchsal (Kreis Karlsruhe) rechnet man vor: In einer Erdbeerschale für fünf Euro stecken 2,50 Euro Lohnkosten.

Ein ganz wichtiger Faktor ist auch das Wetter. In diesem Frühjahr hat die Sonne noch nicht so richtig mitgespielt – darum ist das Angebot an Erdbeeren auf dem Markt noch nicht so groß. Auch das sorgt für höhere Preise.

Konkurrenzdruck ist groß

In Ländern, in denen der Mindestlohn niedriger ist, sind auch die Erdbeeren deutlich günstiger. Spanien etwa könne günstiger produzieren und dann auch günstiger verkaufen, klagen deutsche Anbauer. Das sorge für einen hohen Preisdruck auf dem Markt. Für viele Landwirte aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz lohnt sich der Erdbeeranbau deshalb nicht mehr. Wer trotzdem weiter Erdbeeren anbaut, versucht, wenigstens in Zeiten mit einem knappen Angebot Geld zu verdienen - so wie jetzt.

Mehr Sonne, mehr Erdbeeren

Bei gutem Wetter könnte das Angebot an deutschen Erdbeeren weiter steigen. Dann würden die Verbraucherpreise wieder fallen. Wer zum Beispiel Erdbeermarmelade kochen will, kann auf dem Wochenmarkt aber auch Erdbeeren zweiter Wahl kaufen. Die sind vermutlich etwas kleiner oder haben Schönheitsfehler. Aber für die Marmelade spielt das keine Rolle. Und sie sind um einiges günstiger. Statt fünf Euro zahlt man dann beim Bauern vielleicht nur drei Euro für das Pfund.

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