Friedrich Merz, CDU Bundesvorsitzender, verfolgt die Debatte im Plenarsaal im Deutschen Bundestag. (Foto: dpa Bildfunk, Michael Kappeler)

"Zwei Minuten": Die Kolumne zum Wochenende

Meinung: Der Merz macht's

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Constance Schirra
Constance Schirra (Foto: SWR)

Oppositionschef Friedrich Merz müht sich verzweifelt, den Regierenden das Regieren beizubringen. Aber irgendwie will keiner auf ihn hören, stellt Constance Schirra in ihrer Kolumne fest.

Nee, das wird nix mehr in diesem Land. Nicht solange die Ampel regiert. Entlastungspakete, Bürgergeld, Bundeswehr, Energiepolitik, Einbürgerung – „handwerklich miserabel“. Alles! Dabei könnten wir es so gut haben! Wir müssten nur Friedrich Merz, den Oppositionschef von der CDU, zum Kanzler machen. Und schon würde es flutschen in Deutschland. Alles!

Constance Schirra (Foto: SWR, © SWR/Christian Koch, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im Rahmen einer engen, unternehmensbezogenen Berichterstattung im SWR-Zusammenhang bei Nennung Bild: SWR/Christian Koch (S2+), SWR Presse/Bildkommunikation, Baden-Baden, Tel: 07221/929-24429, foto@swr.de)
Die Meinung von Constance Schirra © SWR/Christian Koch, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im Rahmen einer engen, unternehmensbezogenen Berichterstattung im SWR-Zusammenhang bei Nennung Bild: SWR/Christian Koch (S2+), SWR Presse/Bildkommunikation, Baden-Baden, Tel: 07221/929-24429, foto@swr.de

Ich lehne mich jetzt mal wirklich sehr, seeeeehr weit aus dem Fenster und behaupte: Merz würde die Kanzlerschaft wohl auf sich nehmen. Für uns! Für das Land! Doch, ich glaube schon… er würde es tun. Ganz uneigennützig. Wegen der staatspolitischen Verantwortung. Haben die doch gar nicht in der Ampel. Hat nur der große Friedrich. Und was müht er sich, diese staatspolitische Verantwortung den Stümpern von der Ampel nahezubringen...

Die Kolumne von Constance Schirra können Sie hier auch als Audio hören:

Zum Beispiel beim Bürgergeld - einfach ein paar Variablen weglassen, ein paar Zahlen durcheinander würfeln, und ratzfatz geht die Rechnung auf. Hat Bundesarbeitsminister Heil von der SPD nicht hingekriegt… Musste erst Friedrich Merz kommen. Und jetzt: dieselbe Prozedur mit dem Staatsbürgerschaftsrecht. Diesmal versteht Bundesinnenministerin Faeser nicht, worum es geht.

Der Merz macht's

Gut, das ist jetzt nochmal was anderes, Faeser ist eine Frau und die Sache ist kompliziert und da muss ein Mann eben mal was erklären. Das ist anstrengend für Männer, deswegen hat die CDU nur so wenige Frauen, ich schweife ab… Also jedenfalls muss wieder unser Oppositionschef einspringen und die Sache regeln. Ohne den Merz… die Ampelmännchen würden glatt unsere gute deutsche Staatsbürgerschaft „verramschen“. Dabei ist der deutsche Pass… der ist… der ist heilig… wirklich: heilig! Den muss man sich verdienen, lebenslang am liebsten!

Neben dem deutschen Pass darf man keine anderen Pässe haben! Ein Mensch mit Einbürgerungsurkunde… der ist… ja ich möchte fast sagen: geweiht! Das alles wusste schon der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch. Und das weiß - natürlich - Friedrich Merz. Und zwar noch bevor die Fakten auf dem Tisch liegen. Immer weiß es der Merz.

Merz ist überall

Die Stirn in Falten, den Zeigefinger erhoben, bekümmert, besorgt, scheut er kein Podium, keine Kamera, kein Mikrofon, keine Plattform, um denen von der Regierung begreiflich zu machen, wie das eigentlich geht: Regieren. Und was machen diese unbelehrbaren Regierungspolitiker? Hört irgendwer endlich auf Herrn Merz? NEIN! Im Gegenteil!

FDP-Chef und Bundesfinanzminister Christian Lindner wirft Merz einen „Schäbigkeitswettbewerb“ vor, Grünen-Chefin Ricarda Lang „Propaganda“, SPD-Chefin Saskia Esken „Populismus“. Und der „respektloseste Kanzler aller Zeiten“, Olaf Scholz, schilt Merz „hochnäsig“. Ja was soll man denn da noch sagen? Nun… ich würde sagen: Recht haben sie!

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