Second-Hand im Trend beim Haus der Dinge in Ulm. Rund 50.000 Einzelstücke sind nach Auskunft der Ulmer Initiative aktuell im Laden zu finden.  (Foto: SWR, Christian Hammer)

Mehr Kundschaft wegen Energiekrise und Inflation

Trend zu Second-Hand: Große Nachfrage im Haus der Dinge in Ulm

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Christian Michael Hammer

Im Haus der Dinge gibt es tausende gebrauchte Produkte. Betrieben wird der Laden von einer Ulmer Initiative. Die Nachfrage steigt, der Erlös fließt in soziale Projekte.

Das Haus der Dinge in der Ulmer Weststadt hat alle möglichen Gebrauchtwaren, die Menschen dort abgeben, damit andere sie günstig kaufen können. Träger des Second-Hand-Ladens ist die Ulmer Initiative AG West, die sich auch um soziale Projekte wie Jugendhilfe und Inklusion kümmert.

Günstiger einkaufen im Haus der Dinge

In Zeiten, in denen vieles teurer wird, sei der Laden eine willkommene Alternative. "Wir spüren zurzeit sehr deutlich, dass mehr Menschen kommen", erklärt Pia Schmücker, die den Laden seit der Eröffnung 2019 leitet.

Meist seien schon kurz nach Ladenöffnung um 15 Uhr rund 20 Kundinnen und Kunden im Haus der Dinge. In letzter Zeit kämen auch neue Interessierte. "Wir haben auch viele Ukrainerinnen und Ukrainer, die sich neu einrichten wollen und bei uns fündig werden."

Second-Hand im Trend beim Haus der Dinge in Ulm. Rund 50.000 Einzelstücke sind nach Auskunft der Ulmer Initiative aktuell im Laden zu finden.  (Foto: SWR, Christian Hammer)
"Wär' ja schad' drum", das ist einer der meistgehörten Sätze im Haus der Dinge in Ulm. Christian Hammer

Laden soll für alle sein

Die Angebote - günstige Waren wie Geschirr, DVDs, Töpfe und gebrauchte Spiele - seien für alle da. Es kommen junge Studenten genau so wie allein erziehende Mütter und bedürftige Rentner, so die Leiterin des Ladens.

Aber kommen können alle, auch wer nicht auf günstige Preise angewiesen ist. Bei dem Second-Hand-Laden stehe die Nachhaltigkeit im Vordergrund. So müssen gebrauchte Dinge nicht weggeworfen werden. Und für manche sei es auch eine Zeitreise in die Vergangenheit.

"Manchmal kommen die Kunden einfach, um irgendeine Besonderheit zu finden und bleiben da, um bei all den alten Spielen eine Zeitreise in ihrer Kindheit zu machen."

Die Verkäuferinnen im "Haus der Dinge" stehen hinter der Ladentheke (Foto: SWR, Christian Hammer)
Pia Schmüker (rechts), führt den Laden mit ihrem Team. Vieles gibt es schon für wenige Euros. Christian Hammer

Sachspenden für das Haus der Dinge

Der Second-Hand-Laden lebt davon, dass Menschen Dinge abgeben. "Wär ja schad drum"– sei der Satz, den die Verkäuferinnen am meisten hören, erzählen sie. Und Leiterin Pia Schmücker sieht sogar einen Trend hin zu Second-Hand. An Ware fehle es nicht.

"Wir leben in solchem Überfluss, dass immer noch unglaublich viel abzugeben ist."

Sie glaubt, dass Menschen nicht zuletzt in der Pandemie gelernt haben, dass wir gar nicht so viele Dinge tatsächlich brauchen. Rund 50.000 Einzelstücke seien aktuell im Laden zu finden. Der Erlös aus den Verkäufen fließt in soziale Projekte in der Nachbarschaft.

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