Am Freitagnachmittag wurde der Rudolf-Duala-Manga-Bell-Platz in Ulm offiziell eingeweiht.  (Foto: SWR, Jürgen Klotz)

Königlicher Besuch aus Kamerun

Rudolf Duala Manga Bell-Platz in Ulm eingeweiht

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Jürgen Klotz

In Ulm ist am Freitag der Rudolf-Duala-Manga-Bell-Platz eingeweiht worden. Manga Bell war König in Kamerun, in seiner Heimat gilt er als Volksheld. Im 19. Jahrhundert lebte er auch in Ulm und Aalen.

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In Ulm ist am Freitag der Rudolf-Duala-Manga-Bell-Platz eingeweiht worden. Zu der Einweihung des Platzes ist König Jean-Yves Eboumbou Douala Bell angereist, ebenso wie Familienangehörige und weitere Volksvertreter aus Kamerun.

Zur Einweihung des Rudolf-Duala-Manga-Bell-Platzes ist auch König Jean-Yves Eboumbou Douala Bell aus Kamerun nach Ulm gekommen und hat sich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. (Foto: SWR, Jürgen Klotz)
Zur Einweihung des Rudolf-Duala-Manga-Bell-Platzes ist auch König Jean-Yves Eboumbou Douala Bell aus Kamerun nach Ulm gekommen und hat sich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. Jürgen Klotz

Heutiger König trägt sich in Goldenes Buch der Stadt Ulm ein

Die Delegation aus Kamerun hat sich am Freitagvormittag in das Goldene Buch der Stadt Ulm eingetragen. Am frühen Freitagnachmittag wurde dann der Platz selbst eingeweiht. In seiner Rede bedankte sich Jean-Yves Eboumbou Douala Bell bei Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) und dem Gemeinderat für die Möglichkeit, sich auf den Spuren seines Urgroßvaters wiederzufinden.

Der Rudolf-Douala-Manga-Bell-Platz befindet sich in der Ulmer Stadtmitte, zwischen dem historischen Justizgebäude und dem Neubau der Staatsanwaltschaft Ulm und in unmittelbarer Nähe zu einer Schule, die Bell vor mehr als 120 Jahren besuchte. Der Ort sei richtig gewählt, sagte der Ulmer SPD-Landtagsabgeordnete Martin Rivoir. Er hatte im Gemeinderat den Anstoß zur Benennung des Platzes gegeben.

"Es ist ein authentischer Ort, (mit) der Schule, auf die er damals gegangen ist und auch dem Justizgebäude, das es damals schon gab."

Baden-Württembergs Justizministerin Marion Gentges (CDU) war ebenfalls bei der Einweihung des Platzes dabei. Sie bezeichnete Manga Bell als "großen Kämpfer für das Recht, vor dem ich mich verneige."

Manga Bell (Foto: SWR)
Am Freitag wurde in Ulm auch eine Stele mit Manga Bells Lebensgeschichte enthüllt. Er lebte im 19. Jahrhundert einige Jahre in Ulm und Aalen und wurde in Kamerun von der deutschen Kolonialverwaltung nach einem Scheinprozess hingerichtet.

Stele erinnert an das Leben Manga Bells

Die Stadt Ulm erinnert mit der Namensgebung an Rudolf Duala Manga Bell, der Ende des 19. Jahrhunderts einige Jahre in Aalen und Ulm lebte und zur Schule ging, bevor er in sein Heimatland zurückkehrte. Dort wurde er 1914 nach Kritik an den deutschen Kolonialherren wegen Hochverrats angeklagt und in einem selbst für damalige Zeiten unfairen Prozess zum Tod durch den Strang verurteilt. In seinem Heimatland wurde er zum Volkshelden. Seine Lebensgeschichte kann auf einer 1,60 Meter hohen Stele nachgelesen werden, die am Freitag enthüllt wird.

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