Aerosol-Prüfstand am Uniklinikum Tübingen (Foto: Pressestelle, Pressestelle UKT)

Tübinger Studie

Mit UV-C-Strahlung gegen Corona-Viren

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UV-C-Strahlung eignet sich, um Covid-19-Erreger in Aerosolen unschädlich zu machen. Das haben Tübinger Virologen gemeinsam mit Ingenieuren der Hochschule Heilbronn herausgefunden.

UV-C-Strahlung wird schon lange zur Desinfektion von Flüssigkeiten und Oberflächen beispielsweise in Klinik-und OP-Einrichtungen eingesetzt. Tübinger Forscher haben nun im Rahmen einer Studie herausgefunden, dass UV-C- Strahlung auch Covid-19-Erreger in der Luft unschädlich machen kann. Im Hochsicherheitslabor der Tübinger Virologie haben sie einen Aerosol-Prüfstand eingerichtet. Dort wurde der Covid-19-Erreger unter kontrollierten Bedingungen vernebelt. Die Virus-Partikel in der Luft wurden dann einer UV-C-Dosis ausgesetzt. In dem Verfahren wurden die Viren wieder aus dem Nebel herausgefiltert, um dann zu testen, wie stark sie sich nach der UV-C-Bestrahlung vermehren.

Viruspartikel fast vollständig vernichtet

Dabei konnte das Forschungsteam nachweisen, dass bereits geringe UV-C-Dosen ausreichen, um Coronaviren unschädlich zu machen. Außerdem konnte nun erstmals wissenschaftlich bewiesen werden, dass UV-C-basierte Luftreiniger Coronaviren zuverlässig vernichten können. Bereits gering dosierte UV-C- Strahlung habe ausgereicht, um 99,9 Prozent der infektiösen Viruspartikel zu vernichten, teilt die Universitätsklinik Tübingen mit.

Das Gebäude der Molekularen Virologie in Tübingen. (Foto: SWR, Sarah Beschorner, SWR)
Gebäude der Mikrobiologie und Virologie der Uni Tübingen Sarah Beschorner, SWR

Hoffnung auf weitere Fördergelder

Das Team aus Tübingen und Heilbronn will nun herausfinden, ob man das Verfahren auch auf andere Viren anwenden kann und hofft auf Fördergelder für weitere Studien. Mit dem Prüfstand könne man beispielsweise auch herausfinden, welchen Einfluss Umweltfaktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, UV-Index oder Ozon-Gehalt auf Viren haben. Trotz intensiver Bemühungen konnten die Forscher bislang keine Mittel zur Weiterführung ihrer Forschung eintreiben.

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SWR