Regional-Stadtbahn Neckar-Alb

Der lange Weg zur Realisierung

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Vor über 20 Jahren hat eine Initiative erste Überlegungen zu einer Regional-Stadtbahn angestellt. Immer wieder stand das Projekt auf der Kippe. Jetzt kommt der erste Streckenteil.

Elektrifizierung der Ammertalbahn (Foto: SWR, Bernhard Kirschner)
Die Elektrifizierung der Ammertalbahn ist im Zeitplan. Bernhard Kirschner

Was will die Regional-Stadtbahn?

Mit der Regional-Stadtbahn könnten Fahrgäste mit modernen Stadtbahnfahrzeugen in der Region Neckar-Alb den ÖPNV nutzen. Weitgehend umsteigefrei könnte man vom Umland bis in die Reutlinger und Tübinger Innenstädte fahren. Ein 30-Minuten-Takt wäre überall garantiert. Dort, wo sich mehrere Linien streckenmäßig überlagern und parallel verlaufen, kann sich auch ein 15-Minuten-Takt ergeben.

Wer will die Regional-Stadtbahn?

Partner des Regional-Stadtbahn-Projekts sind die Landkreise Reutlingen, Tübingen und Zollernalb, die Städte Reutlingen und Tübingen sowie der Regionalverband Neckar-Alb.

Wo fährt die Regional-Stadtbahn?

Die Regional-Stadtbahn soll auf einem rund 207 Kilometer langen Streckennetz fahren. Viele Gleise sind bereits vorhanden: zum Beispiel die Ermstalbahn (Metzingen – Bad Urach), die Ammertalbahn (Tübingen – Herrenberg), die Zollernalbbahn (Tübingen – Albstadt) und die Neckar-Alb-Bahn (Plochingen – Horb).

Wo sind Neubauten geplant?

Etwa 40 Kilometer müssen neu gebaut und rund 170 Kilometer elektrifiziert werden. Die neuen Strecken führen durch die Reutlinger Innenstadt nach Gomaringen und auf die Alb nach Kleinengstingen, über Hechingen nach Rottweil und nach Albstadt-Onstmettingen (Talgangbahn). Ob die Innenstadtstrecke durch Tübingen zu den Kliniken gebaut wird, entscheidet sich bei einem Bürgerentscheid am 26. Septmber 2021.

Warum gib es drei Teilnetze?

Weil das gesamte Netz aus Kostengründen nicht auf einmal gebaut werden kann, wurden drei Teilnetze gebildet. Sie sollen nacheinander verwirklicht werden.

  • Teilnetz 1: Stadtgebiet Reutlingen, Pfullingen, Tübingen, Neckartalbahn und Ammertalbahn, Ermstalbahn sowie der Albaufstieg
  •    Teilnetz 2: Zollernalb-Bahn und Talgang-Bahn
  •   Teilnetz 3: Gomaringer Spange (Querverbindung Reutlingen - Dusslingen)

Die Standardisierte Bewertung als Voraussetzung

Die Standardisierte Bewertung ist abgeschlossen und damit die Wirtschaftlichkeit und grundsätzliche Förderfähigkeit des Gesamtprojekts nachgewiesen.

Was kostet die Regionalstadtbahn?

Inzwischen geht man von über zwei Milliarden Euro Investitionskosten - Planung inklusive - aus. Bund (60) und Land (20) haben zugesagt, sich an der Finanzierung des Projekts mit über 80 Prozent zu beteiligen.


Wie startet die Regionalstadtbahn?

Die Region ist auf die Zuschüsse von Land und Bund angewiesen. Deswegen können als Projektstart nur vorhandene Strecken des Teilnetzes 1 ausgebaut werden.  Das sogenannte  Modul 1 umfasst den stadtbahngerechten Ausbau mit Elektrifizierung der Ammertal- und Ermstalbahn sowie neue  Haltepunkte auf der Neckar-Alb-Bahn.

Problematische Finanzierung

Bis zum Herbst 2015 war die Finanzierung unklar, weil es noch keine vollständige Finanzierungsgarantie der Landesregierung gab, falls Bundeszuschüsse ausfallen. Ende September hatte sich der Bund allerdings überraschend auf weitere Regionalisierungsmittel für den Bahnverkehr geeinigt. Das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, das 2019 ausläuft, wurde um 15 Jahre verlängert.  Das Land hat inzwischen seinen 20-prozentigen Zuschuss zugesagt, die Zusage des Bundes erfolgt erst, wenn das neue Verkehrsfinanzierungsgesetz verabschiedet ist. Die dazu nötige Grundgesetzänderung hat der Bundestag im Juni 2017 beschlossen.

Betrieb der Regionalstadtbahn ist machbar

Die Bahn AG hat das Betriebskonzept mit den Fahrplänen auf der Strecke geprüft und genehmigt. Auch die Kosten-Nutzen-Analyse ist positiv, so dass Ende Mai 2017 der Zuschussantrag beim Stuttgarter Verkehrsministerium gestellt wurde. Die Kosten belaufen sich derzeit auf über 125 Millionen Euro für das erste Teilstück (Modul 1). Im Oktober 2017 hat das Tübinger Regierungspräsidium den letzten von insgesamt sechs Planfeststellungsbeschlüssen der Strecke Herrenberg - Bad Urach erlassen. Damit sind alle nötigen Genehmigungen erteilt.

Förderung für Schienen-Projekt zugesagt

Ende Juni 2018 hat das Land nach einer eingehenden Prüfung einen Förderantrag in Berlin eingereicht. Die schriftliche Förderzusage liegt inzwischen vor. Im Mai 2019 haben die Arbeiten für die Elektrifizierung der Ammertalbahn begonnen. Der Ausbau der Ermstalbahn startete anschließend im Oktober.

Zweckverband Regionalstadtbahn gegründet

Die erste Fahrt der Stadtbahn ist für Dezember 2022 geplant. Sie wird deutlich teurer als ursprünglich geplant. Nach klärenden Gesprächen über die Förderung im Landesverkehrsministerium sollen die Planungen für die übrigen Strecken verstärkt werden, damit der Ausbau zügiger vorankommt. Im Februar 2019 hat sich ein Zweckverband mit eigener Geschäftsführung gegründet. Der hat inzwischen auch Tram-Fahrzeuge bestellt.

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