Wolf steht im Westerwald (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Attacken am Schamserberg in Graubünden

Zwei Mutterkühe gerissen - Landwirte sorgen sich nach Wolfs-Angriffen in der Schweiz

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AUTOR/IN
Marc Bodenmann (SRF), Marleen Beisheim (SWR)
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Wera Engelhardt

Wieder wird über den Wolf diskutiert. Auslöser sind zwei gerissene Mutterkühe in der Schweiz. Das passiert zwar selten. Landwirte in Schwarzwald sind trotzdem alarmiert.

Nachdem Wölfe im Schweizer Kanton Graubünden zwei Mutterkühe gerissen haben, sorgen sich auch Landwirte im Schwarzwald um ihre Tiere.

"Die Fachleute haben immer gesagt, Rinder werden nicht für den Wolf interessant sein. Wir haben das Gegenteil behauptet, nun fühlen wir uns natürlich bestätigt."

Trotzdem verstärkten die Vorfälle die Angst um die eigenen Tiere, sagte Bolkart weiter. Am vorvergangenen Wochenende war auf einer Alp am Schamserberg in Graubünden eine siebenjährige Mutterkuh vom sogenannten Beverin-Wolfsrudel gerissen worden. Das Rudel ist benannt nach dem Piz Beverin, wo sich das Rudel vor einigen Jahren gebildet hatte.

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Zwei Jungwölfe zum Abschuss freigegeben

Wenige Tage später attackierten Wölfe in derselben Region eine zweite Mutterkuh. Sie wurde eingeschläfert. Die Behörden haben zwei Jungwölfe jetzt zum Abschuss freigegeben. Nach zwei gerissenen großen Nutztieren ist dies in der Schweiz rechtlich möglich.

Eine unkenntlich gemachte gerissene Kuh liegt auf einer Weide. (Foto: SWR)
Eine tote Mutterkuh liegt auf einer Weide in Graubünden in der Schweiz.

Die Landwirte im Schwarzwald beobachten die Entwicklung in der Schweiz mit Sorge. Im vergangenen Jahr und in diesem Frühjahr waren zwei Kälber im Schwarzwald gerissen worden. Ausgewachsene Kühe fielen Wölfen zwar seltener zum Opfer, sagte Bernhard Bolkart. Zudem gebe es noch kein Wolfsrudel im Schwarzwald, sondern nur einzelne Tiere. Dennoch empfiehlt er allen Weidetierhalten vorzusorgen.

Zum Schutz vor dem Wolf sollen Landwirte Zäune bauen

Bolkart forderte seine Kolleginnen und Kollegen mit Nachdruck auf, Zäune zu bauen. "Aber da ist noch nicht geklärt, wie der Unterhalt funktionieren soll." Auch sei noch unklar, wie die Bevölkerung reagieren werde, wenn Wanderwege und Mountainbike-Strecken von Zäunen durchschnitten würden. Auf diese offenen Fragen brauche es nun Antworten.

Hier die ganze Sendung "SWR Aktuell BW" mit "Dreiland Aktuell" ab Minute 4:45

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Der Wolf sei schon vor dem Jäger da gewesen und gehöre zum Ökosystem, sagen Naturschützer. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)

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