Fliesenleger Yannic Schlachter startet bei der WM (Foto: SWR)

Weltmeisterschaft in China

Fliesenleger aus Albbruck will WM-Titel verteidigen

STAND
AUTOR/IN

Yannic Schlachter aus Albbruck (Kreis Waldshut) will die Goldmedaille für Deutschland holen. Er tritt im deutschen Nationalteam bei der WM des Bauhandwerks in Shanghai an.

Gold bei einer Weltmeisterschaft: Dieser Traum könnte für den 22 Jahre alten Yannic Schlachter aus Albbruck-Kuchelbach schon bald wahr werden. Seit mehr als zweieinhalb Jahren trainiert er dafür. Seine Disziplin überrascht. Er ist Fliesenleger und darin so gut, dass er mit der deutschen Nationalmannschaft des Bauhandwerks bei der Weltmeisterschaft World-Skills 2022 dabei ist. Der Wettbewerb findet im Oktober in Shanghai (China) statt. Die Erwartungen an den jungen Handwerker sind hoch: Der Fliesenleger soll für sein Land den Titel verteidigen.

Immer der Beste seines Jahrgangs

Als Fliesenleger zählt er in Deutschland zu den Besten. Mit 16 Jahren hat er seine Ausbildung begonnen. Mit 19 Jahren legte er die Gesellenprüfung ab und mit 22 Jahren war er bereits Handwerksmeister in seinem Fach. Jeden Abschluss hat er als Bester seines Jahrgangs abgeschlossen. So hat er sich Schritt für Schritt weiter qualifiziert und es bis ins Team der Deutschen Nationalmannschaft geschafft. Er ist Landesmeister und der amtierende Europameister seines Fachs.

Fliesenleger Yannic Schlachter startet bei der WM (Foto: SWR)

Yannic Schlachter hat nie etwas anderes machen wollen.

Auch sein Vater ist Fliesenleger und hat ein eigenes Geschäft. Dort arbeitet Yannic. Er liebt es anzupacken, auf der Baustelle auch mal ins Schwitzen zu kommen und etwas zu schaffen, das bleibt. Bäder halten bis zu 30, 40 oder manchmal sogar 50 Jahre, sagt er. Jeder Fliesenleger und auch jeder Handwerker will ein perfektes Ergebnis abliefern, davon ist er überzeugt. Handwerk sei ein stolzer Beruf.

"Ich wusste schon immer, dass ich was Exaktes machen will, wo ich mein Fingerspitzengefühl einsetzen kann. Es gibt nichts Geileres als Fliesenleger."

Seit zweieinhalb Jahren trainiert der Fliesenleger auf die Meisterschaften hin. Alle vier bis sechs Wochen trifft sich das Deutsche Nationalteam an einem anderen Ort in Deutschland. Dort werden komplizierte Figuren, Formen und Farbkombinationen geübt. Flaggen der Länder oder auch deren Wahrzeichen und Wappen an die Wand gefliest. Auf der Meisterschaft herrscht ein hohes Niveau. Vor allem China ist eine große Konkurrenz für den Deutschen Fliesenleger.

Es geht um Sekunden und Hundertstel Millimeter

Im Trainingslager üben sie Schnelligkeit und Präzision. Nur was rechtzeitig fertig ist, wird auch gewertet. Jeder kleinster Fehler bei einer Fuge gibt Punktabzug. Welche Aufgabe genau drankommen wird, wissen sie vorher nicht. Aber Yannic hofft auf eine schwere Aufgabe, denn mit seiner Erfahrung, Schnelligkeit und Präzision kann er punkten, sagt auch sein Trainer.

Fliesenleger Yannic Schlachter startet bei der WM (Foto: SWR)

Der 22-Jährige ist eine Medaillenhoffnung im 100-köpfigen Team der Deutschen. Es besteht aus Fliesenlegern, Betonbauern, Maurern, Stuckateuren und Zimmerern. Der Wettbewerb in Shanghai wird am 16. und 17. Oktober stattfinden. 22 Stunden hat Yannic Schlachter Zeit für seine Aufgabe. Bei den World Skills treten 1.400 Teilnehmer aus 60 Ländern an.

Fliesenleger Yannic Schlachter startet bei der WM (Foto: SWR)

Auch Yannics Familie wird wieder mit dabei sein. Vater Philipp Schlachter ist selbst Fliesenleger und stolz auf das, was sein Sohn bislang erreicht hat und er spürt erste positive Reaktionen: In seinem Betrieb haben schon junge Menschen angerufen und sich nach Ausbildungsstellen erkundigt.

Mehr zum Thema

Zukunft Das bringt dir eine Handwerks-Ausbildung

Momentan gibt es zu wenige Schulabgänger. Noch weniger davon haben Bock auf eine Ausbildung im Handwerksbereich.  mehr...

DASDING DASDING

Freiburg / Offenburg

Der 28. April 2022 ist Girls Day Junge Frauen im Handwerk - glücklich in typischen Männerberufen

Auch dieses Jahr soll der Girls Day Mädchen für männerdominierte Berufe begeistern, zum Beispiel im Handwerk. Denn Handwerkerinnen sind selten, aber es gibt sie - auch in Südbaden!  mehr...

STAND
AUTOR/IN