Nach dem Zusammenstoß zweier Straßenbahnen am Samstag in Straßburg suchen Experten nun nach der Ursache. Laut dem Direktor der Straßburger Verkehrsbetriebe CTS könnten die Beeinträchtigungen der Tramlinie D zwischen Kehl (Ortenaukreis) und Straßburger Hauptbahnhof noch bis Ende der Woche dauern. Aktuell stünden die verunglückten Bahnen noch am Ort des Unfalls, so Emmanuel Auneau gegenüber dem französischen Radiosender France Bleu.
Blackbox des Zuges wird ausgewertet
Polizei und Sachverständige würden ermitteln. Ausgewertet werde aktuell die Blackbox des Zuges. Außerdem würden Experten die Gleise nach Spuren absuchen, um zu verstehen, was passiert sei.

Der Direktor der CTS räumte ein, dass der Unfallzug aus den 2000er-Jahren nicht mit den neuesten Sicherheitssystemen ausgestattet war. Sie hätten womöglich verhindern können, dass der Zug rückwärts fuhr. Die Technik der Tram sei aber regelkonform gewesen.
Einen Fehler an einer Weiche schloss der CTS-Direktor aus.

Die Straßenbahn war Samstagnachmittag in einem unterirdischen Tunnel am Straßburger Hauptbahnhof rückwärts gefahren und mit einer anderen Bahn kollidiert, die am Bahnsteig stand. 68 Menschen wurden bei dem Unfall verletzt. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.
Beeinträchtigungen durch Demonstration im Stadtzentrum
Zum Zeitpunkt des Unfalls sei der Straßenbahnverkehr im Zentrum durch eine Demonstration beeinträchtigt gewesen, so erklärte Emmanuel Auneau gegenüber France Bleu. Vor der Haltstelle Les Halles/Ancien Synagoge hatte die Unfall-Tram demnach nicht weiterfahren können, weil dort bereits eine Straßenbahn stand.