Hühnchenbraterei im Festzelt auf dem Wasen. (Foto: SWR)

Gegen Tierleid

Vegan statt Göckele: Tierschützer-Protest am Wasen

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Tierschützer haben am Freitag vor dem Wasen-Gelände gegen den Verzehr von Hühnern protestiert. Ihnen solle Tierleid erspart bleiben. Viele Besucher ignorierten den Protest.

Für gebratene Göckele müssten Hühner leiden, monierten am Freitag die Tierschützer der Organisation PETA am Rande des Festgeländes für den Cannstatter Wasen. Sie verteilten Broschüren, die auf vegane Essens-Angebote in mehreren Festzelten hinweisen.

Wasenbesucher beachten Tierschutz-Proteste kaum

Die meisten Wasenbesucher kamen an dem aufwendig gestalteten Protestfahrzeug gar nicht vorbei. Auf Videoleinwänden standen dort Slogans zu lesen wie "lebende Hühner sind geiler". Mehrere Aktivisten verteilten Informationen, viele Wasenbesucher laufen aber desinteressiert daran vorbei.

Festwirt Grandl trifft auf Tierschützer

Auch Wasenwirt Hans Peter Grandl passierte die Aktivisten. Er betonte, dass jeder das Recht habe, sich frei zu entscheiden, was er auf dem Wasen essen möchte. Protest sei erlaubt, aber auch die Entscheidung, Fleisch zu essen, sagte er dem SWR.

Wasenwirt Grandl trifft auf PEta-Tierschützer. (Foto: SWR)
Wasen 2022: Festwirt Grandl trifft auf Tierschutz-Protest von PETA. Er betont, Besucher sollen wählen können, ob sie vegan essen möchten oder nicht.

Göckelesmaier: Hühner stammen aus guter Zucht

Festwirt Karl Maier betonte, dass die Hühner für sein Festzelt "Göckelesmaier" alle von einem ausgesuchten Hof im Elsass stammten. Dieser sei renommiert und lege besonderen Wert auf gute Fütterung. Das mache das Fleisch etwas teurer, so dass das Göckele in diesem Jahr 12,40 Euro in seinem Festzelt koste. Er biete aber in seinem Zelt auch für vegane Angebote. Die Nachfrage nehme zu.

In der Braterei seien demnach nur noch neun Mitarbeiter beschäftigt, in der separaten Küche für vegane Speisen und Salate 25 Mitarbeiter. Dennoch sei das Huhn vom Grill das Markenzeichen seines Angebotes.

Geflügelzüchter streichelt Huhn auf LWH. (Foto: SWR)
Auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest (LWH) beim Wasen 2022 kann man sich über Tierwohl in der Geflügelzucht informieren. Züchter Rainer Barth streichelt eines seiner Hühner um zu zeigen, dass es seinen Tieren gut geht.

Streichel-Hühner und Tierwohl auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest

Wer sich genauer über Fragen des Tierschutz in der Hühnerzucht informieren will, kann auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest nachfragen. Dort zeigt auch Geflügelzüchter Rainer Barth aus Königsbronn-Zang (Kreis Heidenheim) seine Hühner.

Trotz der Proteste von Tierschützern nimmt er ein gestiegenes Interesse an Hühnern wahr. Immer mehr Menschen würden sich auch privat Hühner halten. Um zu zeigen, wie gut es seinen Hühnern gehe, nahm Landwirt Barth eines seiner Hühner aus dem Käfig und streichelt es. Das schien das Tier sichtlich zu genießen.

Wasenbesucher laufen an Aktivistin vorbei, die Flyer verteilt. (Foto: SWR)
Tierschutz-Aktivisten der PETA verteilen Broschüren. Darin empfehlen sie veganes Essen auf dem Wasen 2022. Viele Wasen-Besucher laufen achtlos vorbei.
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