Ein Gang mit Haftzellen in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wittlich. Ein Gefängnismitarbeiter soll Häftlinge bei Einkäufen über den Tisch gezogen haben. Der Mann muss sich wegen Betrugs am Landgericht Trier verantworten. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Harald Tittel)

Tod in Justizvollzugsanstalt

Häftling nach Mordanklage tot in seiner Zelle gefunden

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Ein Häftling, der wegen des Verdachts auf Mord in der Justizvollzugsanstalt Ulm einsaß, hat sich selbst getötet. Er soll an Ostern eine 79-Jährige in Waiblingen umgebracht haben.

Ein 48-jähriger Häftling hat sich, kurz nachdem gegen ihn eine Mordanklage beim Landgericht Stuttgart erhoben wurde, in der Justizvollzugsanstalt Ulm das Leben genommen. Das teilte die in dem Verfahren zuständige Staatsanwaltschaft Stuttgart mit. Die Leiche des 48-Jährigen sei bereits am vergangenen Montag in seiner Einzelzelle gefunden worden, hieß es weiter.

Häftling wusste noch nichts von der Anklageschrift

Die Obduktion und die bisherigen polizeilichen Ermittlungen bestätigen einen Suizid des zuvor nicht als suizidgefährdet eingestuften Gefangenen, teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit. Der Mann habe jedoch zum Zeitpunkt seines Todes noch nichts von der Anklageschrift wegen Mordes gewusst. Die Staatsanwaltschaft Ulm hat nun ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Nach derzeitigem Ermittlungsstand liegen keine Hinweise auf ein Fremdverschulden am Tod des 48-Jährigen vor, hieß es aus Stuttgart. Die kriminaltechnischen Untersuchungen sowie die Ermittlungen zu den Hintergründen der Todesumstände dauern an.

Festnahme nach wilder Verfolgungsfahrt

Der Mann war verdächtigt worden, am Karfreitag Mitte April eine 79-jährige Angehörige in deren Wohnhaus in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) aus Habgier ermordet zu haben. Er war nach einer Verfolgungsfahrt und einem Unfall, bei dem sein Auto nach einem Überschlag auf dem Dach landete, auf einer Rastanlage der A8 bei Gruibingen (Kreis Göppingen) festgenommen worden.

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SWR