Ein Auto fährt über die wieder komplett für den Verkehr freigegebene Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth. (Foto: SWR)

Wie wird die Querspange verlaufen?

Das ist der Favorit für Anbindung der zweiten Rheinbrücke bei Karlsruhe

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Tobias Zapp

Die zweite Rheinbrücke bei Karlsruhe soll kommen - offen bleibt die Frage nach dem Wie. Bürgerinnen und Bürger konnten nun ihren eignenen Favoriten bei einer Befragung benennen.

Wie kann man die geplante zweite Rheinbrücke mit der B36 verbinden? Diese Frage stellte das Regierungspräsidium Karlsruhe am Dienstagabend den Bürgerinnen und Bürgern bei einer Informationsveranstaltung in Karlsruhe Neureut - und hatte dabei gleich mehrere Antworten im Gepäck.

Wie soll die Querspange für die zweite Rheinbrücke verlaufen?

Insgesamt wurden fünf mögliche Routen für die Querspange ausgearbeitet. Jede von ihnen soll einen Kompromiss aus Naturschutz und möglichst geringer Lärmbelästigung für die Anwohner bieten. Welche am Ende als Vorzugsvariante für das Genehmigungsverfahren eingereicht wird, darüber durften die Bürgerinnen und Bürger mitentscheiden.

Befragung: Variante 3d ist Favorit

Bei der Vorstellung konnte laut Regierungspräsidium Karlsruhe die Variante 3d am meisten überzeugen. Da jetzt zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern eine Variante für die Verbindungsstrecke gefunden wurden, könnte diese noch bis zum Ende des Jahres für ein Genehmigungsverfahren eingereicht werden.

Mögliche Varianten für die Verbindung der 2. Rheinbrücke mit der B36 (Foto: Regierungspräsidium Karlsruhe)
Mögliche Varianten zum Bau der "Querspange" zwischen der 2. Rheinbrücke und der B36 bei Karlsruhe. Regierungspräsidium Karlsruhe

Neue Rheinbrücke zwei Karlsruhe: zweispurig oder vierspurig?

Neben dem Verlauf der Verbindungsstrecke steht auch die Größe der geplanten Querspange zur Diskussion. Die Karlsruher Bundestagsabgeordneten Parsa Marvi (SPD) und Zoe Mayer (Grüne) machen sich zum Beispiel für einen zweispurigen Ausbau stark. Beide sehen in einem vierspurigen Ausbau einen Rückschlag für die Klimaziele des Landes.

Der BUND Mittlerer Oberrhein geht unterdessen noch einen Schritt weiter und fordert sogar einen kompletten Planungsstopp für das Projekt zweite Rheinbrücke. Die bisherige Planung würde weder die Klima- noch die Energiekrise berücksichtigen und müsse daher auf den Prüfstand, heißt es in einer Mitteilung. Außerdem wären demnach Investitionen in den ÖPNV wichtiger.

Erste Baumaßnahmen für die Brücke laufen bereits

Auch wenn noch viele Fragen zur zweiten Rheinbrücke offen sind, mit ersten vorbereitenden Baumaßnahmen wurde bereits begonnen. So müssen im Rahmen eines Brückenbaus Ausgleichsflächen für die Natur und die Tierwelt geschaffen werden. Im Fall der zweiten Rheinbrücke wurde zum Beispiel bereits damit begonnen, Asphalt- und Betonflächen des ehemaligen NATO-Tanklagers bei Philippsburg zu entsiegeln. Bei Eggenstein sollen zudem Stillgewässer entstehen. Darüber hinaus sind in der Region neue Waldstücke sowie Brutstätten für Vögel geplant.

Zweite Rheinbrücke bei Karlsruhe - ein langwieriges Projekt

Von Anfang an hat sich der Bau der zweiten Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth als zähes Projekt gestaltet. Auf beiden Seiten des Rheins hagelte es seit Planungsbeginn mehrere Klagen, ob von betroffenen Anwohnern oder Naturschützern. Abgewendet werden konnte der Bau der zweiten Rheinbrücke vor Gericht bislang aber nicht, die Planungen laufen weiter.

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Gerade der Bau der Querspange zwischen der neuen Rheinbrücke und der B36 gestaltet sich aber als schwierig. Die Verantwortlichen des Regierungspräsidiums Karlsruhe hoffen, dass sich das durch die vergangene Informationsveranstaltung in Karlsruhe-Neureut nun ändert. Bislang ist noch nicht absehbar, wann tatsächlich mit den Arbeiten zur neuen Rheinbrücke begonnen werden kann.

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