Jäger im Revier (Foto: SWR, SWR -)

Heilbronner Wirtschaftsausschuss hat entschieden

Jagdverpachtung wird künftig ausgeschrieben

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Die Jagdpachten in den Jagdbezirken der Stadt Heilbronn werden künftig öffentlich ausgeschrieben. Zuvor wurden die Bezirke meist freihändig an den vorherigen Pächter vergeben.

Der Heilbronner Wirtschaftsausschuss hat am Mittwoch entschieden, die Pachten der dreizehn Jagdreviere in der Stadt künftig auszuschreiben. Bislang fand die Vergabe freihändig statt und ging meist an den vorherigen Pächter. Der Antrag dazu kam aus dem Amt für Liegenschaften und Stadterneuerung.

Ausschreibung für sechs Jahre

Die Jagdbezirke werden unter Berücksichtigung eines Kriterienkatalogs künftig für sechs Jahre ausgeschrieben, mit Verlängerungsoption. Allerdings entfällt das Pachtgebot. Die städtische Regiejagd wird ebenfalls auf sechs Jahre vergeben, danach soll laut Beschluss eine Evaluation stattfinden.

Stadt sieht darin Gebot der Transparenz

Für den Leiter der Anlaufstelle Forst- und Landwirtschaft, Immanuel Schmutz, ist das ein "Gebot der Transparenz", dass man nach einem vorher definierten Kriterienkatalog die Vergabe mache, sagte er dem SWR. Kriterien sollen zum Beispiel Pacht- und Jagderfahrung sowie Jagdeffizienz sein. Zudem würden Pächter mit Wohnsitz in Heilbronn vorrangig berücksichtigt.

Wie Schmutz weiter sagt, sei es nicht zielführend, jemandem mit Höchstgebot, der in einer anderen Stadt wohne und in Heilbronn jagen will, eine Jagd zu verpachten. So hätten seitherige Pächter auch durchaus Vorteile. "Das finanzielle Gebot soll absolut nicht ausschlaggebend sein. Aus meiner Sicht ist es nicht zielführend, jemandem mit Höchstgebot, der aus Mannheim kommt und in Heilbronn jagen will, eine Jagd zu verpachten", so Schmutz.

Jäger mit Sorge um ihre Investitionen

Bei den bisherigen Pächtern stößt der Vorstoß auf Unverständnis. So sagte Dirk Boss dem SWR, für seine erste Pachtperiode seit 2013 habe er knapp 25.000 Euro investiert. Etwa für Niederwildhege, für Jagdeinrichtungen oder die Renovierung der Jagdhütte. Das seien Kosten, die man nicht auf zehn Jahre rechnen könne, sondern für zwei bis drei Pachtperioden, also auf Jahrzehnte.

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