Trotz wirtschaftlich kritischer Zeiten denken die Menschen in Heilbronn-Franken in der Adventszeit an die, die nicht so viel Geld haben. Der Leiter der Heilbronner Tafeln Marco Schönberger ist zufrieden mit der Spendenbereitschaft. Sie sei ungebrochen, sagt Schönberger auf SWR-Nachfrage.
Die Spendenbereitschaft ist nach wie vor da, da das Thema für armutsbetroffene Menschen beziehungsweise bedürftige Menschen überall ankommt und viele Privatleute und Firmen das auch unterstützen möchten.
Auch frische Waren, wie Obst und Gemüse, bekommt die Tafel weiterhin gespendet, so Schönberger.
Weniger Überschuss - KI disponiert zu genau
Da Künstliche Intelligenz (KI) mittlerweile bestimmte Bereiche besser plane, gebe es dort weniger Überschuss und somit auch weniger Spenden. Das betreffe besonders Trockenwaren, Hygieneartikel und Haushaltsartikel. Künstliche Intelligenz kommt hier zum Einsatz und weiß, wie viel ein Laden am Ende braucht und verkauft. Am Ende bleibt weniger übrig. Daher stehe nicht mehr so viel zur Verfügung für die Tafeln wie früher.
Keinen Einbruch bei Spenden
Gerhard Stutz vom Verein MUT, Mitmachen und Teilen e.V. Schwäbisch Hall, freut sich über die hohe Spendenbereitschaft. Er sei sogar erstaunt, dass so viel gespendet wurde. Im Gespräch mit dem SWR berichtet der Vereinsvorsitzende, dass es am 12. Dezember eine Fahrt mit Weihnachtspäckchen nach Rumänien geben werde. Rund 2.200 Päckchen sind bei einer Sammelaktion in Grundschulen und bei Privatleuten zusammengekommen.
Aktion "Herzenstaschen" dank vieler Spenden
Im evangelischen Kirchenbezirk Weinsberg-Neuenstadt (Kreis Heilbronn) gibt es in der Vorweihnachtszeit die Aktion "Herzenstaschen". Mit einem blauen Herz bedruckte Stoffbeutel werden hier verteilt und können nach Herzenslust befüllt werden, sagt André Sommer, Geschäftsführer der Diakonischen Bezirksstelle Weinsberg-Neuenstadt. Auch Sommer unterstreicht die sehr hohe Spendenbereitschaft in der Region. Selbst in Zeiten, in denen es härter sei, spüre man keinen Rückgang - im Gegenteil.
Das Tolle an den Taschen ist, dass man eben reinschauen kann und die Tasche dann passgenau an den Empfänger richten kann.
Abgabemöglichkeiten für die Herzenstaschen, die man am besten mit haltbaren Lebensmitteln, Drogerieartikeln und Spielsachen befüllt, gibt es bis 11. Dezember zum Beispiel in den Diakonischen Bezirksstellen in Weinsberg und Neuenstadt.
Kleine Spende zwischendurch ist seltener geworden
Ein Verein, der die derzeitige angespannte wirtschaftliche Situation spürt, ist der "Türkische Frauenverein Heilbronn e.V.". Der Verein, der junge Frauen in der Türkei finanziell unterstützt, lebe ausschließlich von Spenden, erklärt die zweite Vorsitzende Sevinc Daş. Kleinere Geldspenden seien im Vergleich zu früher seltener geworden. Dennoch werde ihr Verein regelmäßig zum Beispiel auch von Geschäftsleuten oder Fahrschulen unterstützt. Das sei für sie keine Selbstverständlichkeit.
Verbraucherzentrale rät: regional spenden
Da man ja oft nicht weiß, wo Spendengelder tatsächlich landen, rät Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, lieber an Vereine und Organisationen in der Region zu spenden.
Man muss gar nicht bis ans andere Ende der Welt gucken. Es gibt auch hier viel, wo man Gutes tun kann.
Die Verbraucherzentrale rät, sich vor einer Spende auf alle Fälle über die jeweilige Organisation eingehend zu informieren.