Kind wird von Kinderarzt untersucht. Symbolbild: RS-Virus verbreitet sich im Raum Bodensee-Oberschwaben (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance/Sebastian Gollnow)

RKI registriert steigende Infektionszahlen

RSV-Welle: So ist die Situation in Heilbronn-Franken

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Raphael Moos

In Deutschland steigen laut Robert-Koch-Institut die Fälle mit Infektionen durch das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). Das spiegelt sich auch in den Kinderkliniken der Region.

"Wir sehen bei den Atemwegserkrankungen ganz klar den Beginn der Saison", sagt Chefarzt Andreas Holzinger vom Diakoneo in Schwäbisch Hall. Es sei auf den Stationen schon recht dicht, auch in den Ambulanzen sei mehr los. Seit zwei Wochen kämen regelmäßig auch Fälle mit dem Respiratorischen-Synzytial-Virus (RSV). Aktuell sind es vier Fälle auf der Station, so Holzinger weiter. Davon sei allerdings keiner auf der Intensivstation, niemand müsse künstlich beatmet werden.

Welle trifft Diakoneo mit Verzögerung

Schwäbisch Hall sei später dran, aus Stuttgart habe man schon vor drei Wochen gehört, dass RSV wieder im Anrollen sei. In der Klinik werde jeder Patient auf RSV, Grippe und Covid-19 getestet. Die Grippe sei "irgendwie noch gar nicht angekommen", sagte Holzinger. Anfragen, ob die Klinik Patientinnen und Patienten von anderen Häusern aufnehmen könne, habe es diese Saison auch noch nicht gegeben.

Weniger Fälle in Heilbronn und Bad Mergentheim als 2022

An der Kinderklinik in Heilbronn werden zurzeit fünf Kinder mit RSV-Infektion stationär behandelt. Das sind zwar mehr als im November, aber im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt noch wenig. Damals wurden 20 Fälle stationär behandelt, teilten die SLK-Kliniken auf SWR-Anfrage mit.

Im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) werden zurzeit auch immer wieder einzelne Fälle von Kindern mit RSV-Infektionen behandelt, aber deutlich weniger als im vergangenen Winter, so Sprecherin Ute Emig-Lange.  

Schwäbisch Hall Diakoneo Kinderklinik (Foto: SWR)

Typischer Verlauf einer RSV-Infektion bei Kindern

Kinder bekommen bei einer RSV-Infektion meist zuerst eine laufende Nase und verlieren den Appetit, schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Der Rachen könne entzündet sein. Husten und Niesen folgen, und häufig trete Fieber auf. In der Folge seien zum Beispiel Lungenentzündungen möglich. Bei einem schweren Verlauf könne eine Beatmung nötig sein, heißt es. Als Risikogruppen für schwere Verläufe gelten bei RSV zum Beispiel Frühgeborene, Kinder mit Lungen-Vorerkrankung oder mit Herzfehler.

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