Spätes Glück für Konstanzer Kälbchen (Foto: SWR)

Schwerer Start ins Leben hat ein gutes Ende in Albstadt

Spätes Glück für gerettete Kälbchen aus Konstanz

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Vor fast drei Jahren wurden in einer Scheune bei Dettingen (Kreis Konstanz) rund 40 Kälbchen gefunden. Ein 17-Jähriger hatte sie im Internet bestellt. Viele der kleinen Kälbchen starben, für einige gab es aber ein gutes Ende.

Ein 17-Jähriger hat vor drei Jahren 40 Kälbchen im Internet bestellt und sie in einer Scheune im Kreis Konstanz untergebracht. Die Tiere stammten von einem Hof in Norddeutschland und wurden an den Jugendlichen über das Internet verkauft. Als sie in Konstanz-Dettingen aufgefunden wurden, waren die Tiere zum Teil in einem gesundheitlich sehr schlechten Zustand. Viele rangen schon mit dem Tod und starben. Elf der 40 Tiere konnten die Behörden und Tierschützer zunächst retten. Zwei Kälbchen schafften es trotz Rettung nicht.

Ein heruntergekommener Holzstall in Konstanz-Dettingen. Dort hat ein 17-Jähriger 40 Kälber untergebracht, die er im Internet gekauft hatte. (Foto: SWR)
In diesem Stall waren die 40 Kälber unter desaströsen Bedingungen untergebracht.

Pensionshof in Albstadt nimmt die Tiere auf

Der 17-Jährige wurde später verurteilt. Die geretteten Kälber konnten auf Pensionshöfen aufgepäppelt werden und leben seit vergangenem Herbst auf dem Pensionshof von Bauer Hans Möhrle in Albstadt (Zollernalbkreis). Aus den zierlichen Kälbchen sind nun ausgewachsene Rinder geworden.

Hans Möhrle aus Albstadt engagiert sich schon lange für ein Umdenken unter den Landwirten. Immer mehr Masse sei der falsche Weg. Gemeinsam mit den Tierschützern will er etwas bewegen. Die Tierschutzorganisation "Animal Pride" hat die Tiere sozusagen adoptiert und Patenschaften für sie vergeben. Viele Menschen haben eine solche Patenschaft übernommen und kommen damit für Futter und Versorgung der Tiere auf.

Immer mehr Landwirte nehmen mittlerweile Rinder auf, die aus bedenklichen Verhältnissen gerettet werden mussten. Bei Hans Möhrle in Albstadt leben zum Beispiel mehr als mehr als 50.

"Wenigstens für eine bestimmte Zeit - manchmal ist es ein Monat, manchmal sind es mehrere Jahre - kann man diesen Tieren noch was Gutes tun und ein würdiges Leben ermöglichen. Es sind immer auch Mitgeschöpfe. Und das wird manchmal halt vergessen."

Die Konstanzer Kälbchen, die jetzt richtige Rinder sind, haben nun ein unbeschwertes Leben in der Herde von Hans Möhrles Rindern in Albstadt.

Wolfegg

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