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Titel wie "Spaniens Gitarren" oder "Immer wieder sonntags" sind untrennbar mit "Cindy & Bert" verbunden. Die beiden Saarländer bildeten in den 1970er Jahren das erfolgreichste deutsche Schlagerduo. Nun wäre Bert Berger 75 Jahre alt geworden.

„Zwei Menschen und ein Weg“ - bezeichnender hätte der Titel einer ihrer Langspielplatten nicht lauten können.  Sowohl Jutta Gusenburger als auch Norbert Berger, so ihre bürgerlichen Namen, steckte die Musik von Anfang an im Blut. Bert spielte schon seit 1963 als Gitarrist in diversen Bands und Jutta nahm an allen möglichen Gesangwettbewerben teil, bei denen sie stets bestens abschnitt.

Seltene Platten von Cindy & Bert und ihre Geschichte

Bilderstrecke Plattencover von Cindy & Bert

Plattencover von Cindy & Bert (Foto: SWR, Cornet (Coverscan))
Nachdem es mit der Plattenpremiere „Saturday Morning“, die teilweise stark an „I got you, Babe“ von Sonny & Cher erinnerte, zu keinem Lorbeer reichte, schaffte es ... Cornet (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
... die zweite Single bereits in die „ZDF-Hitparade“. Dort absolvierten Cindy & Bert mit „Cäsar und Cleopatra“ am 18.10.1969 ihren ersten Auftritt in dieser Sendung. Für einen Sieg reichte es zwar nicht, aber der gelang ihnen im Wettbewerb der europäischen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses, was ein gewaltiges Publikumsinteresse nach sich zog. Cornet (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
Es gehört schon sehr viel Mut und auch Phantasie dazu, zu dem Heavy Metal-Song „Paranoid“ der britischen Band „Black Sabbath“ eine Adaption für den deutschen Schlagermarkt zu schreiben. Das Resultat hieß „Der Hund von Baskerville“, den Cindy & Bert über die Laufzeit einer Schallplatten-B-Seite von der Leine gelassen haben. Der Flop von 1970 besitzt heute Kultstatus und für die Original-Single werden locker dreistellige Beträge bezahlt. Den deutschen Text schrieb übrigens Bert Berger selbst. Cornet (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
„Ein junges, attraktives Paar, das profilierteste Gesangsduo der deutschen Musikszene. Oft werden sie mit den Ofarims verglichen und Bert gibt auch zu: Sicherlich waren sie unsere Vorbilder. Aber wir wollen keine Kopie, sondern unseren eigenen Stil.“ Dies verriet die Rückseite des Plattencovers ihrer ersten LP „Jeder braucht jeden“, die 1972 herauskam. Neben dem Titelsong kam die ebenfalls enthaltene deutsche Cover-Version von „Put your hand in the hand“ („Ich fand eine Hand“) beim Publikum an. BASF (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
Die erste Platzierung in den offiziellen Verkaufs-Charts gelang 1972 mit „Geh‘ die Straße“. Die mitreißende Nummer nahm an der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix d’Eurovision de la Chanson teil und landete knapp hinter Mary Roos („Nur die Liebe lässt uns leben“) auf dem zweiten Platz. Nur wenige wissen, dass Cindy & Bert auch eine Handvoll englischer Aufnahmen gemacht haben. Für den internationalen Markt wurde aus diesem Lied „Go and leave me“ und... BASF (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
...ihr Evergreen „Immer wieder sonntags“ existiert ebenfalls in einer englischen Version als „Every day is sunday“. Der 1973-er Top Hit war auch Bestandteil ihrer dritten Langspielplatte „Zwei Menschen und ein Weg“, genauso wie der rhythmische Schlager „Ich komm‘ bald wieder“, welcher als Nachfolger der „Sonntags-Nummer“ auf den Markt kam. „Es ist nicht zu leugnen, Cindy & Bert haben äußerst erfolgreiche Monate hinter sich“, stellte die Presseabteilung ihrer Plattenfirma damals fest. Diese ... BASF (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
... Aussage untermauerte die erfolgreiche Teilnahme am „Deutschen Schlagerwettbewerb“, der am 19. September 1973 im Fernsehstudio des Sender Freies Berlin ausgetragen wurde. Von Cindy & Bert standen bei dieser Veranstaltung zwei Titel zur Wahl. Während „Freitagabend“ das Finale nicht erreichte, kam „Hallo, Herr Nachbar“ in die Endausscheidung und erreichte in der Wertung den zweiten Platz. In der Jury saß u. a. Hans Rosenthal. BASF (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
Anfang 1974 kam die Langspielplatte „Die Lieder unserer Welt“ in den Handel. Cindy & Bert schlüpften in die Rolle des Reisebegleiters und präsentierten bekannte (Volks-) Lieder im neuen Gewand. Als Single-Auskopplung erschien „Spaniens Gitarren“ und wurde prompt zum Verkaufsschlager. Dem Komponisten Heinz Gietz dienten hierbei Motive des berühmten Walzers „Estudiantina“ von Émile Waldteufel als Vorlage. BASF (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
In den Jahren 1970, 1972 und 1973 konnten Cindy & Bert die „Goldene Europa“ der Europawelle Saar in Empfang nehmen. 1973 kam der „Bronzene Löwe“ von Radio Luxemburg hinzu. Dann erschien „Aber am Abend, da spielt der Zigeuner“: „Sehr starker Automatenverkauf, außerordentlicher Publikumserfolg mit diesem Titel bei Galas“ lauteten die Fakten der Plattenfirma. 21 Wochen stand die Single 1974 in den Verkaufshitparaden und erreichte somit den Goldstatus. 1,5 Millionen Exemplare wurden verkauft. BASF (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
Für „Wenn die Rosen erblühen in Malaga“ fand Heinz Gietz Inspiration bei der „España-Rhapsodie“ von Emmanuel Chabrier. Erneut gelang ein wochenlanger Dauerbrenner und auch als die beiden ihren neuesten Titel am 30. August 1975 auf der Internationalen Funkausstellung im Rahmen der „ZDF-Hitparade“ im Fernsehen vorstellen konnten, gelang sofort eine Platzierung in der Spitzengruppe, die sie dreimal erfolgreich verteidigten. BASF (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
Ab in den sonnigen Süden! Für dieses 1976 erschienene Konzept-Album sangen Cindy & Bert gemeinsam mit Freddy Breck und Peter Rubin und wünschten „Schöne Ferien“. Der Titelsong und der Opener des Albums „Wir liegen in der Sonne“ kamen auch auf einer Single heraus. Alle übrigen Schlager wie z. B. „Das Ding mit dem Pfiff“ oder „Steige mit mir in den Zug“ waren lediglich auf diesem Album erhältlich. Im selben Jahr... BASF (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
...erblickte ihr gemeinsamer Sohn Sascha das Licht der Welt. Wie sich das Familienleben zu dritt so anfühlt, verpackten Heinz Gietz und Kurt Feltz gekonnt in dem Song „Die Mama und der Papa“. Für die A-Seite der Platte erdachte das erfolgreiche Autorengespann den sommerlichen Schlager „Addio, mia bella Musica“, der einmal mehr in der „ZDF-Hitparade“ abräumte und nach dreimaliger Teilnahme ausscheiden musste. Nachdem im Vorjahr eine 60 Städte-Tournee der beiden nahezu ausverkauft war... BASF (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
...folgte ab November 1976 die Fortsetzung. Rechtzeitig zum Tournee-Start erschien die neue Single „So, als ob Du schwebtest“, die von der Machart an die „Golden Twenties“ erinnerte. Auch die B-Seite entwickelte sich zum Ohrwurm. Der Walzer „Danke Dir“ war für einige Jahre ein stark nachgefragter Titel in Wunschkonzerten. Zweifelsfrei stand das Schlagerduo zu dieser Zeit auf dem Zenit des Erfolgs. Polydor (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
Der Sommer des Jahres 1977 brachte „Rosen aus Rhodos“ auf den Plattenteller. Der Anschluss an alte Erfolge gelang damit jedoch nur bedingt, so dass die Entscheidung fiel, sich vom langjährigen Produzenten Kurt Feltz in Freundschaft zu trennen. Die Lieder waren alle von der gleichen Machart, worin die Gefahr einer Abnutzung steckte. Daher versuchten Cindy & Bert eine Neuausrichtung. Polydor (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
1978 starteten Cindy & Bert einmal mehr den Versuch, die begehrte Fahrkarte zum Grand Prix d’Eurovision de la Chanson zu gewinnen. „Chanson d’été“, das Liebeslied einer Sommers, war ihr Beitrag für die Vorentscheidung, der dort allerdings floppte. Obwohl der Titel damals häufig im Rundfunk lief, geriet kein Hit und ist heute - zu Unrecht - völlig in Vergessenheit geraten. Polydor (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
Der Film „Grease“ sorgte für Rekorde an den Kinokassen und die Zuschauer strömten in die Lichtspielhäuser um Olivia Newton-John und John Travolta auf der Leinwand zu sehen. Deren Duett „You’re the one that I want“ war ein Welthit und die deutsche Adaption („Im Fieber der Nacht“) kam seinerzeit von Cindy & Bert. Beim Publikum blieb jedoch mehr die Parodie von Helga Feddersen und Dieter Hallervorden („Du, die Wanne ist voll“) in Erinnerung. Polydor (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
„Darling“, die Cover-Version des Frankie Miller-Hits brachte das singende Ehepaar 1979 noch ein letztes Mal in die Verkaufs-Hitlisten. Fünf Wochen lang konnten sie sich unter den Bestsellern behaupten und erreichten den 37. Platz. Polydor (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
1981 hatten Cindy & Bert die Tagesschlager hinter sich gelassen und ein neues Image aufgebaut. „Wenn man ein Kind hat und reifer geworden ist, sollte man andere Lieder singen. Und zwar solche, die vor allem vom Text her eine Entwicklung spüren lassen“ zitierte das Plattencover die beiden Künstler. Bert Berger hatte die Langspielplatte „Träume“ produziert. Mein persönlicher Anspieltipp lautet: „Wenn die Dornenvögel singen“. RCA (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
Sechs Jahre vergingen, bis Cindy & Bert 1987 mit der „Traumboot-Party“ ein neues Album vorlegten. Die Produktion fasste einige vorausgegangene Singles zusammen. „TV-Auftritte, Galaveranstaltungen, Fototermine und ähnliches halten die beiden auf Trab“ ließ der Werbetext wissen. Es fanden sich auch zwei Titel („Katzenaugen“/“Manche Wunden heilt nicht einmal die Zeit“) unter der Auswahl, die Cindy Berger 1984 unter dem Pseudonym „Cindy’s Company“ im Alleingang auf Single gebracht hatte. Papagayo (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
In den 1990er Jahren erlebten die traditionsreichen „Deutschen Schlagerfestspiele“ eine kurzzeitige Renaissance. Bei der 1997er-Ausgabe waren Cindy & Bert mit von der Partie und gingen in der Ortenauhalle in Offenburg mit ihrem Beitrag „Ich habe die Rose geseh’n“ ins Rennen, der auf dem 7. Platz landete. Ihr im selben Jahr auf den Markt gekommenes Album „Neue Zeiten“ war auch zugleich ihre letzte gemeinsame Produktion mit neuen Liedern. Chartlight (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen

Bert Berger braucht eine Sängerin

1965 gründete Bert sein erstes eigenes Ensemble. Um ein Engagement im angesagten Tanzlokal „Luxemburger Hof“ in Bous zu bekommen, war jedoch eine Sängerin Voraussetzung. Er erfuhr von einem Briefträger, dass es ein paar Straßen weiter eine junge Sängerin gäbe, die schon beachtliche Erfolge bei Wettbewerben zu verzeichnen hatte. Bert besuchte sie zuhause und erzählte von seinen Plänen. Jutta war begeistert, deren Eltern weniger, willigten letztlich doch ein.

Cindy & Bert, Schlager-Gesangsduo (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance / KPA Copyright)
Ein frühes Bild von 1969 - Cindy & Bert picture-alliance / KPA Copyright

Am 1. Mai 1966 hatten „Jutta & das Quintett Royal“ den ersten Auftritt. Das Geschäft lief gut: "Da kam der Veranstalter mit einem Tonband, auf der die Hitparade von Radio Luxemburg mit Camillo Felgen festgehalten war. Die besten Zehnplatzierten mussten dann bis zum nächsten Wochenende einstudiert sein - egal ob Heintje oder Aretha Franklin."  Hinzu kamen Teilnahmen an Wettbewerben und so wurde der Saarländische Rundfunk auf die Musikanten aufmerksam.

Das Ensemble bekam die Möglichkeit, Aufnahmen zu machen. Außerdem wurde für das Fernsehen ein Porträt gedreht, das auch überregional zu sehen war. Plattenfirmen bekundeten ihr Interesse, jedoch nur an der Sängerin: „Ich bekam eine Einladung zu Probeaufnahmen bei der Electrola.“ Recht unbedarft sei sie nach Köln gefahren und habe den angebotenen Vertrag abgelehnt: "Ich hatte keine Ahnung, um welche Weltfirma es sich handelte." 

Cindy & Bert, Schlager-Gesangsduo (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Dieter Klar)
Cindy & Bert machten 1974 Urlaub auf den Kanarischen Inseln picture alliance / Dieter Klar

Die Geburtsstunde von Cindy & Bert

Wenig später traf von einer kleinen Plattenfirma ein neues Angebot ein. Hier wurde ein Duo gesucht und damit schlug die Geburtsstunde von "Cindy & Bert". 1969 kam ihre erste Platte "Saturday Morning"  in die Geschäfte und bereits mit ihrer zweiten Single „Cäsar und Cleopatra“ hatten sie im November ihre Premiere bei der „ZDF-Hitparade“.  Eigens hierfür hatten sie sich in Anlehnung an das Thema ihres Liedes neue, teure Garderobe angeschafft. Doch diese missfiel dem Regisseur Truck Branss in höchstem Maße: „Die Operette wird nebenan gedreht.“

Das eiligst beschaffte neue Outfit konnte am Ende leider auch keine Platzierung unter den Besten bewirken, aber der Anfang für eine lange Serie an Auftritten war gemacht. „Die Sendung von Dieter Thomas Heck war eine der einflussreichsten zu dieser Zeit“ erinnerte sich Cindy. Nach jeder Sendung erreichten das Duo Säcke voller Post: „Die ganze Familie hat alles abgearbeitet.“ Im Laufe der Jahre traten die beiden mehr als 40 Mal in Berlin vor die Kamera und präsentierten ihre Titel.

Cindy & Bert, Schlager-Gesangsduo (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance / dpa / Foto KPA)
Cindy & Bert picture-alliance / dpa / Foto KPA

"Immer wieder sonntags" kam nicht gut an

Der Produzent Kurt Feltz, der das Duo unter seine Fittiche genommen hatte, bot ihnen eines Tages den Titel „Immer wieder sonntags“ an. Daraufhin gab es den größten Krach im Studio, denn das Lied entsprach ganz und gar nicht ihren Vorstellungen. Viel lieber wollten sie Pop und Soul à la „Sonny & Cher“ präsentieren. Den Überredungskünsten von Feltz ist es zu verdanken, dass die Platte dennoch entstand. Er versprach ihnen, dass sie zukünftig nur noch Titel nach ihrem Geschmack aufnehmen dürfen, falls „Immer wieder sonntags“ kein Hit werden sollte. Der Rest ist Geschichte...

Fast ein Dutzend Hits gleicher Machart folgten. Bis Mitte der 1970er Jahre hat das Duo mehr als 10 Millionen Platten verkauft. Hinzu kamen zahllose Rundfunk- und TV-Auftritte, Galas und Tourneen. Besonders in Erinnerung blieben die „Hitparaden“-Tourneen. Bert, den alle nur „Bertel“ nannten, war hier für seine Streiche bekannt: So hatte sich Jonny Hill beklagt, dass er nie Blumensträuße bekäme. Das ließ sich ändern, dachte sich Bert und überreichte ihm ein besonders schönes Exemplar, bestehend aus einer zerrupften Sonnenblume, Disteln, Brennnesseln und Gräsern.

Cindy & Bert, Schlager-Gesangsduo (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance / dpa / Foto: Kersten)
Cindy & Bert bei einem Auftritt im Jahr 1986 picture-alliance / dpa / Foto: Kersten

Bert Berger hatte Probleme mit den Augen

Im Privatleben war Bert ein unheimlich humorvoller und sehr kreativer Mensch, der sich ständig neue Gags ausdachte. Auf der Bühne hingegen blieb er zurückhaltend und viele vertraten die Meinung, dass er gar nicht zu hören wäre. Cindy erklärte: „Bert sang immer die zweite Stimme und wenn man diese bei den Aufnahmen weggenommen hätte, wäre ein völlig anderer Sound dabei herausgekommen.“ Zudem hatte er ein Problem mit den Augen, so dass er im Scheinwerferlicht nahezu nichts mehr sehen konnte. Daher stand er stets eng an der Seite von Cindy.

Wenig ruhmreich endete ihre Teilnahme am Grand Prix d’Eurovision de la Chanson im Jahr 1974. Ihr Beitrag „Die Sommermelodie“ landete auf dem letzten Platz. Bekanntlich siegte Abba mit „Waterloo“ und die vier Schweden waren es, die „Cindy & Bert“ als erste zur Siegerparty einluden. Auch später blieben sie freundschaftlich verbunden. Allerdings war das Duo nach diesem Misserfolg schwer geknickt und sie hatten das Gefühl, Deutschland nicht würdig repräsentiert zu haben.

Cindy & Bert, Schlager-Gesangsduo (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Roland Witschel)
Cindy & Bert in ihrem Garten in Zweibrücken mit ihrem Sohn Sascha (1976) picture alliance / Roland Witschel

Cindy und Bert waren auch privat ein Paar

Mit der Geburt ihres Wunschkindes Sascha im Jahr 1976 änderte sich manches. Seit 1967 waren sie auch privat ein Ehepaar und bildeten in allen Belangen eine Einheit. Nun war mit ihrem Sohn ein Dritter im Bunde. Die Mutter wollte sich um das Kind kümmern und zog sich deshalb aus dem Geschäft etwas zurück, was der Vater nicht verkraftete. Schleichend kam die Entfremdung und private Probleme stellten sich ein. Diese stießen bei der Regenbogenpresse auf reges Interesse. „Vieles, was zu lesen war, entsprach nicht der Wahrheit“ äußerte sich Cindy darüber. 1988 folgte die Scheidung.

Cindy nahm Soloplatten auf und Bert ging als Songschreiber und Produzent nach Düsseldorf. Dieter Thomas Heck war es, der die beiden mit einer List zu einem gemeinsamen Auftritt überredete: So rief er beide an und täuschte vor, dass einerseits Cindy und andererseits Bert bereits „ja“ dazu gesagt hätte und es nur noch auf die Zustimmung der Gegenseite ankommt. Bei der „Super-Hitparade“ im ZDF fiel 1994 der Startschuss für ihr Comeback. Eine neue Bühnenshow und zeitgemäße Lieder machten sie erneut zu gefragten Stars.

Cindy & Bert, Schlager-Gesangsduo (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance / dpa / Foto: Jörg Carstensen)
Cindy & Bert - geschieden und doch immer wieder zusammen bei Auftritten, wie hier 2003 bei einer TV-Show Aufzeichnung picture-alliance / dpa / Foto: Jörg Carstensen

Bert Berger stirbt an einer Lungenentzündung

Die Geschichte des erfolgreichen Schlagerduos endete mit dem Tod von Bert, der am 14. Juli 2012 an den Folgen einer Lungenentzündung verstarb. „Wir haben das Traumpaar nie vorgespielt, wir waren es“ blickte Cindy zurück. Für sie blieb es nicht bei diesem einen Schicksalsschlag: Im Jahr 2016 verstarb ihre Mutter Lotti, um die sie sich gekümmert hatte und mit der sie bis zu deren Tod in Zweibrücken zusammenlebte. 

Sie fiel in ein tiefes Loch, überdachte ihr Leben neu und fasste den Entschluss, nach Berlin zu ziehen. Dort hat Cindy eine neue, erfüllende  Aufgabe übernommen. Sie arbeitet für die Organisation „Careship“ und kümmert sich um hochbetagte Senioren: „Ich habe einen Weg gefunden, mein Leben so zu gestalten, dass es mich voll in Anspruch nimmt und trotzdem noch genügend Zeit lässt für Theater- und Konzertbesuche, was ich früher nie gemacht habe. Ich bin glücklich.“ Und wenn es jemand wünscht, steht sie gelegentlich gerne für einen Auftritt zur Verfügung.

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