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Anfang der 1960er regierte noch Adenauer, am Ende Willy Brandt. Dazwischen: Der Frankfurter Auschwitz-Prozess, die Mondlandung - und natürlich die Studentenbewegung von 1968.

Schwerpunkte

1967 - 1969 Die '68er

Vom Protest gegen den Schah-Besuch und dem Mord an Benno Ohnesorg über Rudi Dutschke bis zu Brandts "Wir wollen mehr Demokratie wagen." "1968" in Originalaufnahmen  mehr...

August 1968 Das Ende des Prager Frühlings

Alexander Dubcek setzt sich in der Tschechoslowakei für einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" ein. Moskau gefällt das nicht: Im August 1968 rollen Panzer des Warschauer Pakts nach Prag.  mehr...

Sputnik-Schock bis Apollo 11 Wettlauf zum Mond

Die Mondlandung 1969 war der Endpunkt einer rasanten technischen Entwicklung – und eines erbitterten Wettstreits der Großmächte im Kalten Krieg. Als 1957 die Sowjetunion mit "Sputnik" den ersten Satelliten in den Weltraum brachte, fühlten sich die USA herausgefordert. Raketeningenieur Wernher von Braun spricht 1959 sehr explizit von der politisch-militärischen Bedeutung der Raumfahrt.  mehr...

Ereignisse in chronologischer Reihenfolge

16.1.1960 Adenauer zu Synagogenschändung in Köln

16.1.1960 | Bundeskanzler Konrad Adenauer nimmt Stellung zu den Hakenkreuzschmierereien an der Kölner Synagoge und dem Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus.  mehr...

2.7.1960 "Afrikanisches Jahr" 1960: Kolonien werden zu unabhängigen Staaten

1960 war das "Afrikanische Jahr". Fast 20 ehemalige Kolonien in Afrika werden zu unabhängigen Staaten, darunter Mali, die Republik Kongo, Nigeria und Madagaskar. Am 1.7.1960 auch Somalia, das aus gleich zwei Kolonien hervorging: Italienisch-Somaliland und Britisch-Somaliland. In diesem Jahr entstand im Südwestfunk eine Sendereihe mit dem Titel "Tribüne der jungen Völker", die sechs Jahre lang über die Situation in den ehemaligen Kolonien berichtete. Diese Folge vom 2. Juli 1960 macht deutlich, wie damals über die Entkolonialisierung berichtet wurde.  mehr...

1961 Contergan-Skandal kommt ins Rollen

Das Schlafmittel war 1957 eingeführt worden. Auch schwangere Frauen nahmen es. Die Folgen: Tausende Kinder kamen mit Fehlbildungen auf die Welt. Der Rechtsanwalt Karl-Hermann Schulte-Hillen und der Arzt Widukind Lenz deckten den Zusammenhang auf.  mehr...

25.3.1961 Generalstaatsanwalt Fritz Bauer fordert Aufarbeitung

25.3.1961 | In einem Interview aus dem Jahr 1961 erklärt der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, warum es notwendig sei, die Naziverbrechen gerichtlich aufzuarbeiten.  mehr...

16.6.1961 Gewerkschafter Heinz Brandt wird 1961 verschleppt

Am 16.6.1961, knapp zwei Monate vor dem Bau der Mauer, wird der Gewerkschafter Heinz Brandt verschleppt. Brandt war 1958 aus der DDR geflohen und Redakteur bei der IG Metall in Frankfurt. Während einer Reise nach Ostberlin wird er betäubt und entführt, was die Öffentlichkeit aber erst viel später erfuhr. Wir werden die Einzelheiten noch von ihm selbst hören. Am 23.6.1961 informierte ein Mitarbeiter des Berliner Innensenats die Presse über erste Ermittlungsergebnisse.  mehr...

5.9.1962 Charles de Gaulle in Bonn: "Es lebe Deutschland"

5.9.1962 | Charles de Gaulle kommt zu seinem ersten Staatsbesuch in die Bundesrepublik, drei Jahre, nachdem er französischer Staatspräsident wurde. Wo immer er sprach, waren die Plätze voll mit Besuchern.  mehr...

12.9.1962 John F. Kennedy: „Wir fliegen zum Mond, weil es schwer ist.“

John F. Kennedy hält an der Rice-Universität in Houston eine Rede, in der er die Bevölkerung für die ehrgeizigen Pläne zur Mondlandung gewinnen will.  mehr...

22.1.1963 Unterzeichnung des Elysée-Vertrages

22.1.1963 | Live-Reportage von der Unterzeichnung des Elysee-Vertrages zwischen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle. Der Vertrag bekräftigt die deutsch-französische Partnerschaft und verpflichtet beide Länder, sich in wichtigen Fragen der Außen-, Sicherheits- und Kulturpolitik abzustimmen.  mehr...

26.6.1963 John F. Kennedy: "Ich bin ein Berliner"

26.6.1963 | John F. Kennedy besucht das geteilte Berlin. Er betitelt die Mauer als das "Symbol für das Versagen des Kommunismus".  mehr...

Weihnachten 1963 DDR-Rundfunk über das Passierscheinabkommen

Am 20. Dezember 1963 konnten Westberliner wieder ihre Verwandten in Ostberlin besuchen – dank des neuen Passierscheinabkommens. Auch der DDR-Rundfunk berichtete darüber – hier in einer Hintergrundsendung am 5. Januar 1964 mit den üblichen Seitenhieben auf die Behörden in der Bundesrepublik.  mehr...

Weihnachten 1963 Westberliner dürfen wieder nach Ostberlin

Der Mauerbau 1961 verhinderte fast 2 1/2 Jahre lang persönliche Begegnungen zwischen Menschen in Ost- und Westberlin – bis im Dezember 1963 die DDR-Regierung und der Berliner Senat im Westen der Stadt das Passierscheinabkommen unterzeichneten. Dies erlaubte kurz vor Weihnachten Verwandtenbesuche von Westberlinern im Osten der Stadt. Hier eine Reportage aus Berlin, gesendet im Südwestfunk am 20. Dezember 1963.  mehr...

1963 Willy Brandt freut sich über Stereophonie

Im 40. Jahr seines Bestehens gönnt sich der deutsche Rundfunk eine neue Technik: Die Stereophonie. Vorgestellt wird sie auf der Funkausstellung in Berlin. Der regierende Bürgermeister Willy Brandt hält die Eröffnungsrede und freut sich, dass man jetzt Radio in Stereo hören kann.

Nach der Einführung der Stereophonie dauert es allerdings noch lange, bis sie sich wirklich durchsetzt. Bis zum Ende der 1960er-Jahre können nur 12 Prozent der Hörerschaft Stereoprogramme empfangen. Erst in den 1980er Jahren werden wirklich alle Radioprogramme durchgängig in Stereo gesendet.  mehr...

14.5.1964 Israelitische Feierstunde im Süddeutschen Rundfunk

14.5.1964 | Ebenso wie christlichen Kirchen werden auch jüdischen Gemeinden Sendezeiten im Rundfunk eingeräumt. Ein Beispiel ist die Reihe "Israelitische Feierstunde" im Süddeutschen Rundfunk.  mehr...

9.11.1964 Hannah Arendt und die "Banalität des Bösen"

9.11.1964 | Die jüdische Philosophin Hannah Arendt erläutert in einem Radiointerview die Thesen ihres Buchs "Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen".  mehr...

14.10.1964 Friedensnobelpreis an Martin Luther King

Der Bürgerrechtler Martin Luther King gehört sicherlich zu den Friedensnobelpreisträgern, die die Auszeichnung auch im Rückblick wirklich verdient haben. 1964 war es so weit – ein Jahr nach dem großen Marsch auf Washington, auf dem Martin Luther King auch seine berühmte Rede hielt: „I have a dream“. Das Wort, mit dem damals Afro-Amerikaner bezeichnet wurden – und das auch der Korrespondent des SWF verwendet hat – gilt heute als rassistisch. Martin Luther King hat in seiner Dankesrede für den Nobelpreis selbst noch das Wort „Negro“ verwendet.  mehr...

3.2.1966 Luna 9 setzt auf der Mondoberfläche auf

Am 3.2.1966 setzte die sowjetische Sonde Luna 9 auf der Mondoberfläche auf. Ein Meilenstein der Raumfahrt. In den aktuellen Nachrichtensendungen berichtete der Südfestfunk mit Einschätzungen aus Moskau, London und Ostberlin.  mehr...

1.8.1967 Umfrage: Dürfen Studenten demonstrieren?

Nur 40 Prozent der westdeutschen Bevölkerung finden es in Ordnung, dass Studierende auch für politische Ziele demonstrieren.  mehr...

24.1.1968 Studenten empören sich über Numerus Clausus

Die Zulassung zum Studium soll durch einen Numerus clausus beschränkt werden. Studentenvertreter sind empört; sie halten dies für verfassungswidrig.  mehr...

17.2.1968 Rudi Dutschkes Rede auf dem Internationalen Vietnamkongress

17.2.1968 | Der Sozialistische Deutsche Studentenbund organisiert den Internationalen Vietnamkongress im Auditorium Maximum der TU Berlin. 5.000 Teilnehmer aus 14 Ländern waren gekommen – eines der zentralen Ereignisse der deutschen Studentenbewegung. Wichtigste Akteure sind Karl Dietrich Wolff und Rudi Dutschke. Wir hören die Rede von Rudi Dutschke – zwei Monate vor dem Anschlag auf ihn.  mehr...

22.2.1968 Studenten sollen Mitbestimmung bekommen

Als neugewählter Präsident der Rektorenkonferenz kündigt Hans Rumpf an, Studenten mehr Mitbestimmung zu geben. Gleichzeitig erklärt er den geplanten Numerus clausus.  mehr...

9.4.1968 Günter Grass zu Studentenbewegung und Prager Frühling

Grass' Vortrag wurde zwei Tage vor dem Attentat auf Rudi Dutschke im Rundfunk ausgestrahlt. Grass spricht auch über die Ereignisse in der Tschechoslowakei.  mehr...

4.4.1968 Ermordung von Martin Luther King

4.4.1968 | USA-Korrespondent Georg Siegert schildert die Lage nach dem Attentat. Der Bericht klingt ungewohnt: 1968 galt es noch als korrekt, Schwarze als "Neger" zu bezeichnen.  mehr...

11.4.1968 Attentat auf Rudi Dutschke – Live-Reportage vom Tatort

11.4.1968 | Vor dem Büro des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) am West-Berliner Kurfürstendamm schießt der junge rechtsextreme Hilfsarbeiter Josef Bachmann dreimal auf Rudi Dutschke. Ein Reporter schildert die Situation.  mehr...

12.4.1968 Proteste vor Springer-Hochhaus nach Attentat auf Dutschke

12.4.1968 | Ein Tag nach dem Attentat auf Rudi Dutschke protestieren Studenten vor dem Hochhaus des Axel-Springer-Verlags. Die Demonstranten behindern die Auslieferung der Springer-Zeitungen. Sie werfen dem Springer-Verlag eine Mitschuld am Attentat auf Dutschke vor. Die Springer-Zeitungen hätten durch ihre Berichterstattung den Hass auf Dutschke geschürt.  mehr...

21.8.1968 Warschauer Pakt beendet "Prager Frühling"

Die Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 bedeutet das Ende des Prager Frühlings. Die politischen Reformen in der Tschechoslowakei, der von Parteichef Alexander Dubcek propagierte "Sozialismus mit menschlichem Antlitz", gehen Moskau und den anderen osteuropäischen Nachbarn zu weit. Und so macht der Warschauer Pakt seine Drohung war. Panzer rollen nach Prag und mit ihnen besetzen fast eine halbe Millionen sowjetische, ungarische, polnische und bulgarische Soldaten das Land. Schon in den frühen Morgenstunden berichtet Radio Prag.  mehr...

22.8.1968 In Prag demonstrieren Tausende gegen Besetzung

Tag 2 der Prager Besetzung. Tausende demonstrieren auf dem Prager Wenzelsplatz gegen die Besatzung des Landes durch den Warschauer Pakt. Vor allem Jugendliche gehen auf die Straße. Gleichzeitig gehen die Verhaftungen weiter.  mehr...

23.8.1968 Geheimpolizei auf Prags Straßen, Präsident Svoboda reist nach Moskau

Tag 3 der Prager Besatzung. Die Autofahrer in Prag warnen sich inzwischen gegenseitig vor mutmaßlichen Fahrzeugen der Geheimpolizei. Unterdessen sucht die Sowjetunion noch immer nach Ansprechpartnern – Verbündeten, die die Tschechoslowakei in ihrem Sinne führen können. Staatspräsident Ludvík Svoboda verweigert zunächst die Zusammenarbeit. Doch nun reist er plötzlich nach Moskau. Was hat das zu bedeuten? Das fragt sich auch Korrespondent Heinrich Krasser.  mehr...

23.8.1968 Hilferuf aus Prag an Vereinte Nationen und befreundete Staaten

Zwei Tage nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen richtet das Freie Radio der Tschechoslowakei einen eindringlicher Hilferuf, zum einen an den Generalsekretär der Vereinten Nationen U Thant, zum anderen an Rumänien und Jugoslawien. Denn diese beiden sozialistischen Länder haben sich herausgehalten und keine Soldaten geschickt. Rumäniens Staatschef Nicolae Ceausescu hat den Einmarsch sogar verurteilt als "Intervention in die Angelegenheiten eines sozialistischen Bruderstaats."  mehr...

24.8.1968 Alexander Dubcek in Moskau

Tag 4 der Besatzung in Prag. Nun sind offenbar auch Parteichef Alexander Dubcek und Ministerpräsident Oldrich Cernik nach Moskau gereist, um mit der sowjetischen Führung über die Zukunft der Tschechoslowakei zu verhandeln. Die Einschätzung von Korrespondent Heinrich Krasser. Dubcek kehrte in die Tschechoslowakei zurück und blieb noch einige Monate im Amt, bis er im April des Folgejahres zum Rücktritt gedrängt wurde.  mehr...

19.5.1969 Helmut Kohl hält seine erste Rede als Ministerpräsident

Helmut Kohl erinnert in seiner ersten Rede als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz an die schlimmen Jahre im Dritten Reich und im Zweiten Weltkrieg.Weltkrieg.  mehr...

1969 Neil Armstrong betritt als erster Mensch den Mond

Apollo 11 ist gelandet. Zu hören: Armstrongs Worte "That's one small step for a man, one giant leap for mankind." Die deutschen Moderatoren reden leider dazwischen. (20.7.1969)  mehr...

28.10.1969 Willy Brandt will "Mehr Demokratie wagen"

28.10.1969 | Der neu gewählte Bundeskanzler sagt in seiner ersten Regierungserklärung, er wolle mehr Demokratie wagen. Das ist auch eine Reaktion auf die Ereignisse von 1968.  mehr...

Und dann ...

Die 1970er Jahre

"Houston, wir haben ein Problem" funkt die Mannschaft der Apollo 13. Es wird zum geflügelten Wort, denn an Problemen mangelt es nicht: Vor allem der Terrorismus der RAF belastet das Land.  mehr...

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