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Wort der Woche

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Immer neue Wörter schießen, brodeln und ploppen hervor aus der Alltagssprache. Annette Klosa-Kückelhaus vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Sandra Richter vom Literaturarchiv Marbach, Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen und weiteren Expert*innen erklären, was die Neuschöpfungen bedeuten.

Wort der Woche „Aufmerksamkeitsökonomie“ - erklärt von Bernhard Pörksen

Gemeint ist die Aufmerksamkeit des Menschen als knappes und besonders wertvolles Gut, um das u.a. digitale Nachrichtenanbieter und andere Onlinedienste mit allen Mitteln kämpfen. Denn: Zeit ist Geld.

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Wort der Woche „Flood the zone with shit“ - erklärt von Bernhard Pörksen

Will man Fakten verschleiern, bieten die neuen Medien die besten Voraussetzungen dazu. Der zeitweilige Donald Trump-Berater Steve Bannon hat das mit seiner Devise auf den Punkt gebracht: „Flood the zone with shit“, ließ er verlauten – was feiner ausgedrückt heißt: Überflute die Menschen mit allem möglichen Unsinn, mit absurden Informationen, die Fakten verdrehen und hetzerisch sind. „Flood the zone with shit“ ist als Phänomen nicht neu - aber im digitalen Zeitalter treibt es ungeheuerliche Blüten.

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Wort der Woche Ökologischer Fußabdruck erklärt von Bernhard Pörksen

Der Begriff stammt aus den 1990er Jahren und beschreibt die Fläche auf der Erde, die der Mensch braucht, um seinen Lebensstandard zu erhalten. Im Kern geht es dabei um die Frage, wieviel biologische Kapazität vom Menschen in Anspruch genommen wird und wie lange die Erde braucht, um sich zu regenerieren. Würden etwa nach aktuellem Stand alle Länder so haushalten wie Deutschland, würde eine Erde bei weitem nicht ausreichen, so die düstere Erkenntnis: die meisten haben ihre biologischen Ressourcen bereits bis zur Jahresmitte verbraucht. Ob der „Ökologische Fußabdruck“ ein geeignetes Instrument ist, um auch bei jedem Einzelnen zu einem Umdenken zu führen, darüber hat sich der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen von der Universität Tübingen Gedanken gemacht.

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Wort der Woche von A bis Z

Wort der Woche Achtsamkeit - erklärt von Bernhard Pörksen

Es ist gar nicht so einfach, in der heutigen Zeit abzuschalten. Unser Leben wird geprägt von Multitasking, ständiger Verfügbarkeit und einem Informationsüberfluss - und oft sind es sehr bewegende Nachrichten, die uns erreichen und nicht ruhen lassen. Hier kann das Prinzip der Achtsamkeit, das seinen Ursprung in der buddhistischen Meditationslehre hat, hilfreich sein.

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Wort der Woche Agilität - erklärt von Bernhard Pörksen

Modernes Management verlangt eine spezielle Personalsprache und da stehen Wendigkeit und Flexibilität ganz oben auf der Anforderungsliste. Doch diese Begriffe sind längst überholt, es geht vielmehr um agiles arbeiten, agiles Mindset. Dass die ursprüngliche Bedeutung von Agilität und „agil sein“ eigentlich das Gegenteil von grenzenloser Flexibilität bedeutet, erklärt Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaften in Tübingen.

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Wort der Woche ASMR – erklärt von Annette Klosa-Kückelhaus

Hinter ASMR verbirgt sich eine englische Abkürzung: Autonomous Sensory Meridian Response. Damit ist eine unwillkürlich ablaufende körperliche Reaktion auf bestimmte Geräusche gemeint, im positiven Sinne: Ein leichtes Kribbeln am Kopf, wohlige Schauer, Gänsehaut. Zu finden ist er vor allem im Zusammenhang mit Achtsamkeit oder Entspannung. Wie immer ist Sprache auch hier ein Zeichen unserer Zeit, meint Annette Klosa-Kückelhaus vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim.

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Wort der Woche Atemwende - erklärt von Sandra Richter

Ein rätselhaftes Wortgebilde, die Atemwende - und zugleich der Titel eines 1967 erschienenen Gedichtbandes von Paul Celan. Der Lyriker gibt wegen seiner Sprachbilder und Metaphern bis heute Rätsel auf. „Atemwende“ - Prof. Sandra Richter, Direktorin im Deutschen Literaturarchiv Marbach wagt eine Einordnung.

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Wort der Woche aufgleisen

Geradezu viral verbreitet sich in der Szenesprache zur Zeit das Wort "aufgleisen". Vertraut ist uns der Begriff aus dem technischen Bereich, wenn Eisenbahnwaggons - real oder bei der Spieleisenbahn - wieder aufs richtige Gleis gesetzt werden. Aber was bedeutet es, wenn in einem Beratungsunternehmen der eine Kollege den anderen bittet, ihn "aufzugleisen"?

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Wort der Woche Aus der Nummer wieder herauskommen

Es steht für "Ich mach nicht mehr mit" oder "Da droht ein Ende". Wenn Menschen "aus der Nummer wieder rauskommen" möchten, geschieht das immer unter einem gewissen Druck. "Irgendwas was einem die Zukunft blockiert", erklärt Prof. Ulrich Raulff, Direktor des Deutschen Literaturarchivs in Marbach.

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Samstagnachmittag - Wochenende: Endlich Zeit für Dinge, für die sonst keine Zeit bleibt: Besuche bei Künstlern, Schriftstellern und Musikern, Literatur zum Lesen und Hören, DVDs und Blu-rays, Mode und Design, neue CDs vom Klassikmarkt. Dies alles begleitet von einer ungewöhnlichen Mischung von Musikgenres und -Stilen, von Klassik, Pop und Jazz.

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