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Immer neue Wörter schießen, brodeln und ploppen hervor aus der Alltagssprache. Sandra Richter vom Literaturarchiv Marbach, Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen und weiter Expert*innen erklären, was die Neuschöpfungen bedeuten.

Wort der Woche Virtue Signalling - erklärt von Bernhard Pörksen

Ein Anglizismus für den es bisher keine Eindeutschung gibt. Die wörtliche Übersetzung lautet: „Tugendsignalisierung“ und ist eine Bezeichnung für die Zurschaustellung moralischer Werte, also „Tugendprotzerei“, „Tugendprahlerei“. Ein Beispiel für „Virtue Signalling“ findet sich zum Beispiel im Supermarkt, wenn auf normalen Lebensmitteln Unbedenklichkeitssiegel aufgebracht sind, wenn sich also Firmen den Anschein einer ökologischen Gesinnung geben, ohne dass viel dahinter steckt.  mehr...

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Wort der Woche Tagtraum erklärt von Sandra Richter

Die Psychologie charakterisiert den Tagtraum als eine Form der Bewußtseinserweiterung, bei der die Aufmerksamkeit weg von den äußeren hin zu den inneren Reizen gelenkt wird. Für den französischen Philosophen und Schriftsteller Michel de Montaigne spielte dieses Abschweifen oder Phantasieren eine große Rolle. Und in der Musik hat der Tagtraum - bezugnehmend auf das altfranzösische Wort „Rêverie“ – sogar eine Zeitlang eine Kompositionsform bezeichnet. Wo das Wort seinen Ursprung hat und warum sich der Mensch in den Tagtraum flüchtet, erklärt Sandra Richter, die Leiterin des Deutschen Literaturarchivs Marbach.  mehr...

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Wort der Woche Niksen - erklärt von Annette Klosa-Kückelhaus

Dolce far niente, chillen, abhängen - für den Zustand der Freizeitentspannung gibt es recht unterschiedliche Begriffe, doch in jüngster Zeit ist ein Wort aus dem Niederländischen besonders beliebt: das Niksen. Es hat den anderen eindeutig etwas im Voraus, denn es ist alterslos und kann sowohl Substantiv wie auch Verb sein. Zudem umschreibt es einzig und allein den Zustand des Nichtstuns - dabei klingt es recht schick und ihm haftet in keiner Weise die negative Assoziation von Faulheit an. Absolut empfehlenswert, meint Annette Klosa-Kückelhaus, besonders in stressigen Zeiten.  mehr...

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Wort der Woche von A bis Z

Wort der Woche Achtsamkeit - erklärt von Bernhard Pörksen

Es ist gar nicht so einfach in der heutigen Zeit abzuschalten. Hilfreich kann dabei Achtsamkeit sein, das seinen Ursprung in der buddhistischen Meditationslehre hat.  mehr...

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Wort der Woche Alternative Fakten - erklärt von Bernhard Pörksen

Kellyanne Conway, die frühre Beraterin des us-amerikansichen Präsidenten Donald Trump, hat den Begriff erfunden: alternative Fakten. Das heißt Gefühle und Gerüchte als Tatsachen auszugeben, sich die Welt so hinzubiegen, wie es einem gefällt. Seitdem Donald Trump an der Macht ist, macht er nichts anderes. Die New York Times hat bereits bis zum vergangenen Juni 20.000 Lügen gezählt. Der Tübinger Medienwissenschaftler Prof. Bernhard Pörksen bezeichnet alternative Fakten eine "neue Schamlosigkeit des Lügens" und sieht unsere Diskussionskultur in Gefahr.  mehr...

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Wort der Woche Alternative Medien - erklärt von Bernhard Pörksen

Mit dem Internetzeitalter hat sich die Medienlandschaft deutlich verändert. Neben den klassischen Leitmedien - öffentlich-rechtliche und private Sender sowie große Zeitungen und Magazine - verzeichnen die sogenannten „Alternativen Medien" einen Zuwachs. Während mit dem Begriff in den 1970er Jahren und danach noch das Lebensgefühl der linksalternativen Generation beschrieben wurde, ist der Begriff mittlerweile von rechts besetzt. Wir alle - so das Fazit von Bernhard Pörksen - sind im Internetzeitalter zwar medienmächtig geworden - aber noch lange nicht medienmündig: eine große und bislang unterschätzte Bildungsaufgabe unserer Zeit.  mehr...

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Wort der Woche Anthropozän - erklärt von Bernhard Pörksen

Das Anthropozän bezeichnet ein neues geologisches Zeitalter, eine von Menschen dominierte Epoche. Vor 20 Jahren haben der Atmosphärentechniker Paul J. Crutzen und der Biologe Eugene F. Stoermer den Begriff in die umweltwissenschaftliche Diskussion eingeführt, um die starken Auswirkungen des menschlich verursachten Klimawandels zu fassen. Im kommenden Jahr wird die Internationale Kommission für Stratigraphie entscheiden, ob die geologische Epoche des Holozäns durch den Begriff Anthropozän abgelöst wird. Der Medienwissenschaftler Prof. Bernhard Pörksen hält das für sehr wahrscheinlich, da der Begriff die nicht zu leugnende Zerstörungsmacht des Menschen und damit auch eine moralische Komponente deutlich mache.  mehr...

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Wort der Woche Archaismen - erklärt von Adriana Popescu

Veraltete Wörter, die sich nur noch selten in unserem Sprachgebrauch finden, nennt man Archaismen. Sie erscheinen wie aus der Zeit gefallen. Manche sind aus gutem Grund aus der Mode gekommen, etwa die "wilde Ehe" - zum Glück haben wir heute andere Moralvorstellungen. Andere Wörter wiederum sind durch neue, modernere Begriffe ersetzt worden (Oheim / Onkel). Und dann gibt es jene, sagt die Schriftstellerin Adriana Popescu, auf die sie ungern verzichten möchte, weil sie wunderbar klingen und eine große Bereicherung für unsere Sprache darstellen: zum Beispiel Kokolores.  mehr...

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Wort der Woche aufgleisen

Geradezu viral verbreitet sich in der Szenesprache zur Zeit das Wort "aufgleisen". Vertraut ist uns der Begriff aus dem technischen Bereich, wenn Eisenbahnwaggons - real oder bei der Spieleisenbahn - wieder aufs richtige Gleis gesetzt werden. Aber was bedeutet es, wenn in einem Beratungsunternehmen der eine Kollege den anderen bittet, ihn "aufzugleisen"?  mehr...

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Wort der Woche Aus der Nummer wieder herauskommen

Es steht für "Ich mach nicht mehr mit" oder "Da droht ein Ende". Wenn Menschen "aus der Nummer wieder rauskommen" möchten, geschieht das immer unter einem gewissen Druck. "Irgendwas was einem die Zukunft blockiert", erklärt Prof. Ulrich Raulff, Direktor des Deutschen Literaturarchivs in Marbach.  mehr...

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Wort der Woche Der große Austausch - erklärt von Bernhard Pörksen

Der Ausdruck ist ein politischer Kampfbegriff der Neuen Rechten. Nach deren Vorstellungen gibt es einen geheimen Plan, bei dem die Bevölkerung Europas durch Einwanderer ersetzt werden soll.  mehr...

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