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„Hyper Hyper“ – Kinodoku „FCK 2020“ über die Band „Scooter“ von Cordula Kablitz-Post

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AUTOR/IN
Julia Haungs

Scooter ist ein Phänomen. Gleichzeitig verspottet und verehrt, landet die Band um H.P. Baxxter seit bald 30 Jahren Techno-Hits. Die Dokufilmerin Cordula Kablitz-Post hat Scooter zweieinhalb Jahre lang begleitet. „FCK 2020“ ist ein faszinierender Einblick in das Innenleben einer schrägen Band und ein tragikomisches Zeitdokument der Coronakrise.

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Band in Schockstarre

Die Doku „FCK 2020“ begleitet eine Band im Stillstand: 2020 werden alle Konzerte coronabedingt verschoben, abgesagt, neu angesetzt, wieder abgesagt. Ein Alptraum. Finanziell, aber auch psychisch. Denn Scooter-Sänger H.P. Baxxter lebt für die Live-Auftritte vor tausenden Fans. 

Scooter ist ein Phänomen. Seit ihrem Durchbruch mit „Hyper Hyper“ vor 28 Jahren wird die Band für ihren stampfenden Kirmes-Techno verspottet, ist damit aber enorm erfolgreich, als eine der wenigen deutschen Gruppen auch international.

Filmstill (Foto: Wild Bunch Germany)
Was tun, wenn pandemiebedingt auf einen Schlag alles runtergebremst wird und eine Tournee von Scooter durch die größten Hallen und Festivals Europas kurzfristig auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben wird? Wild Bunch Germany Bild in Detailansicht öffnen
„FCK 2020“ begleitet Deutschlands unangefochtene Techno-Superstars Scooter über die letzten zweieinhalb Jahre quer durch Europa – privat, im Studio, auf Reisen, auf Konzerten. Wild Bunch Germany Bild in Detailansicht öffnen
Der Titel ist programmatisch: FCK 2020, zugleich der Titel eines Scooter-Hits aus dem Jahr 2020, begegnet der pandemisch verordneten Vollbremsung aller Aktivitäten mit surrealem Humor, anarchischem Widerstandsgeist und packenden Live- und privaten Archivaufnahmen. Wild Bunch Germany Bild in Detailansicht öffnen
Erzählt wird die Geschichte, wie die vier Bandmitglieder um Baxxter mit der ihnen auferlegten Corona-Pause umgehen. Während hinter den Kulissen rund um die Uhr telefoniert wird, um – vielleicht – eines Tages wieder vor Zehntausenden auf Raves und Festivals performen zu können, sucht die Band nach neuen Wegen, um Kontakt zu ihren Fans zu halten. Wild Bunch Germany Bild in Detailansicht öffnen
Die Band sucht nach neuen Wegen, um Kontakt zu ihren Fans zu halten. Trotz der Arbeit am neuen Album, einem Autokinokonzert und Musikvideoproduktionen in ganz Europa bleibt immer noch viel Leerlauf. Wild Bunch Germany Bild in Detailansicht öffnen
Die Kinodoku „FCK 2020“ liefert Einblicke in das System Scooter, das sich hinter den Kulissen, für den Fan weitgehend verborgen, abspielt. Wild Bunch Germany Bild in Detailansicht öffnen

Das Phänomen Scooter

Cordula Kablitz-Post blickt in ihrer Doku zurück auf die Anfänge von Scooter in der niedersächsischen Provinz, lässt sich von Baxxters Mutter erzählen, dass der Junge eigentlich zum Finanzamt sollte, aber schon immer lieber Musik machte. Bis heute schafft es Scooter immer wieder in die Charts und findet mit Hits wie „How much is the fish“ oder dem titelgebenden „FCK 2020“ ein großes und überraschend junges Publikum.

Die Besetzung von Scooter wechselt über die Jahre immer wieder. Auch die beiden Mitstreiter aus der Doku haben die Band gerade verlassen. Wenn man sieht, wie divenhaft sich H.P. Baxxter mitunter gebärdet, ahnt man, warum. Der wasserstoffblonde Frontmann ist das einzige verbliebene Gründungsmitglied, das alterslose Gesicht der Band und Schöpfer ihrer denkwürdigen Gagatexte.

Filmstill (Foto: Wild Bunch Germany)
Für ihren stampfenden Kirmes-Techno verspottet, aber auch enorm erfolgreich: Die Kinodoku „FCK 2020“ liefert Einblicke in das System Scooter. Wild Bunch Germany

Feierwütiger Frontmann

Das Erfolgsgeheimnis von Scooter ist vermutlich die ungebrochene Partystimmung und die Authentizität ihres feierwütigen Frontmanns. Baxxter ist keiner, der sich irgendwie ironisch von dem distanziert, was er da macht. Offen und humorvoll spricht er in der Doku über seine Musik und über seinen exzessiven Lebensstil. Die Party auf der Bühne geht nach Konzertende nahtlos weiter – bis hin zum so genannten „Barzwang“ für alle Crewmitglieder.

Faszinierender Einblick in das Innenleben einer schrägen Band

Wenn man die Musik von Scooter vorher furchtbar fand, wird man sie am Ende der Doku vermutlich genauso furchtbar finden. Interessant ist „FCK 2020“ dennoch, und enorm unterhaltsam sowieso: ein faszinierender Einblick in das Innenleben einer schrägen Band und ein tragikomisches Dokument einer Zeit, in der keiner so richtig wusste, wie es weitergeht. Und von der man auch knapp drei Jahre später immer noch nicht sicher ist, ob sie nun bald hinter uns liegt oder das ganz große Fiasko noch auf uns wartet.

 Trailer „FCK 2020“, ab 12.1. im Kino

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