Bühne

Turbulent, witzig und intelligent: Märchen „Der Weltenentdecker“ in den Mainzer Kammerspielen

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AUTOR/IN
Sara Maleš

Das Kinder- und Jugendtheater Mainz bringt ein buntes und turbulentes Märchen auf die Bühne. „Der Weltenentdecker“ handelt von einem Professor, der sich auf eine Reise durch verschiedene Welten begibt, wo er in unbekannte Situationen gerät und ungewöhnlichen Wesen begegnet.

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Keine Angst vor Veränderungen

Die Musikeinlage in einer Szene mit zwei sich küssenden Puppen, die wie Karotten aussehen, klingt wie MeToo für Kinder. Auf der Suche nach seiner verlorenen Weltkarte gerät die Hauptfigur des Stücks, Professor Dr. Dr. Dr. von Dingsda, in eine Welt mit zwei Karotten, die ihn unbedingt küssen wollen. Das gefällt ihm gar nicht und er macht ihnen klar, dass das nur mit seiner Zustimmung geht.

Claudia Wehners Stück „Der Weltenentdecker“ steckt voller solcher Botschaften. Die Auseinandersetzung mit dem Unbekannten, auch dem Unangenehmen, stehe im Mittelpunkt des Stückes, sagt die Autorin und Regisseurin.

Es geht in dem Stück eigentlich vor allem darum, zu sehen, dass man in andere Welten, in andere Situationen kommen kann, die einem vollkommen neu sind (...) und trotzdem ist es eigentlich prima, wenn man mit Freude, Neugierde, Offenheit und Mut da ran geht. (...) Also man braucht keine Angst zu haben vor einer sich ständig ändernden Welt. 

Das Weihnachtsmärchen „Der Weltenentdecker“ in den Kammerspielen Mainz (Foto: Pressestelle, Mainzer Kammerspiele, Ensemble )
Bunt und turbulent geht es zu beim Mainzer Weihnachtsstück „Der Weltenentdecker“.

Es geht auf Zeitreise, um die Weltenkarte wieder zu finden

Jede Welt ist mit einem aufwendig gestalteten Bühnenbild ausgestattet. Von selbst genähten Puppen bis hin zu selbst gebauten Bäumen gibt es viel zu sehen, und die Szenen werden durch witzige und intelligente Gesangseinlagen aufgelockert. Die Musik stammt von Thilo Zetzmann.

In der ersten Hälfte des Stücks verliert der Professor ein wichtiges Hilfsmittel: seine sogenannte Weltenkarte. Sie zeigte ihm, welche Welten es gibt und wie man zu bestimmten Orten gelangt. Um in eine neue Welt zu gelangen, musste er beispielsweise eine Maschine bauen oder einen Zungenbrecher rückwärts aufsagen.

Zusammen mit seinen Freunden Heinrich und Mhalia muss er nun in der Zeit zurückreisen, um seine Weltenkarte wiederzufinden. Das Stück läuft von da an rückwärts. Dadurch entstehen neue Herausforderungen. Zum Beispiel kann sich der Professor an eine Welt nicht mehr erinnern. In einer anderen bleibt plötzlich alles kleben.

Theater ist eine schöne Chance für Kinder zu lernen, dass man sich mal eine dreiviertel Stunde voll und ganz auf eine Sache konzentriert, und nur sich einer Sache widmet und sich da drauf einlässt.

Das Stück bietet Kindern damit eine spannende Unterhaltung und eine Abwechslung zum Alltag, in dem Bildschirme allgegenwärtig sind und man sich ständig von allem ablenken kann.

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Sara Maleš