Frauenärztin Viktoria Stelzer zu Gast im Gläsernen Studio auf dem Maimarkt in Mannheim. Sie packt Geburtstaschen für Schwangere Ukrainerinnen. Sie sollen trotz des Krieges sicher gebären können.

Besuch im Gläsernen Studio

Geburten in der Ukraine: Frauenärztin aus der Region organisiert Hilfslieferungen

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AUTOR/IN
Franziska Ehrenfeld

Die Frauenärztin Viktoria Stelzer aus Schriesheim stammt aus der Ukraine und setzt sich dafür ein, dass Schwangere dort sicher gebären können - trotz des Kriegs. Im Gläsernen Studio des SWR hat sie darüber berichtet.

Eine Geburt ist immer eine Ausnahmesituation - mitten im Krieg allerdings umso mehr. Die Frauenärztin Viktoria Stelzer setzt sich darum gemeinsam mit dem Hilfsprojekt "Save a life" dafür ein, dass Frauen in der Ukraine eine medizinische Grundversorgung rund um die Geburt erhalten. "Das ist einfach Ehrensache. Eine Geburt ist das Heiligste, was einer Frau passieren kann. Das soll sicher und in Würde geschehen", sagt sie. Es geht um Leben oder Tod, sagt sie.

"Das ist einfach Ehrensache. Eine Geburt ist das Heiligste, was einer Frau passieren kann. Das soll sicher und in Würde geschehen."

Frauenärztin Viktoria Stelzer zu Gast im Gläsernen Studio auf dem Maimarkt in Mannheim. Sie packt Geburtstaschen für Schwangere Ukrainerinnen. Sie sollen trotz des Krieges sicher gebären können.
Viktoria Stelzer stammt selbst aus der Ukraine und hat Familie im Westen des Landes.

Frauenärztin aus Schriesheim packt Geburtsrucksäcke

Stelzer organisiert medizinische Hilfe und packt Rucksäcke. In diese Geburtsrucksäcke kommen einzeln verpackte Päckchen, darin sind zum Beispiel Unterlagen, Handschuhe und Desinfektionsmittel. Wenn es zu Komplikationen bei der Geburt kommen sollte, können weitere Päckchen geöffnet werden. Was nicht gebraucht wird, bleibt verpackt und kann so weitergegeben werden.

Rüstzeug rund um die Geburt für die Ukraine

Neben dem Set für die Grundversorgung gibt es ein Nähset, in dem unter anderem Nadel, Faden und Betäubungsmittel abgepackt sind. Das kommt zum Einsatz, wenn Geburtsverletzungen auftreten. Darin liegt auch eine Schere, falls der Damm durchschnitten werden muss. Ein weiteres Set enthält eine Infusion und Oxytocin, das die Nachgeburt einleiten kann, falls diese nicht rechtzeitig eintritt.

Weil für so manches beigelegte Equipment medizinische Kenntnisse notwendig sind, werden die Rucksäcke in erster Linie an Krankenhäuser geliefert. Durch ihr Studium in der Ukraine ist Stelzer gut mit Medizinerinnen und Ärzten vor Ort vernetzt.

Aber auch an die ersten Tage nach der Geburt hat Stelzer gedacht: Es gibt eine Erstausstattung für Babys mit Kleidung, Windeln, Fläschchen und Milch. Unter Stress können freischgebackene Mütter nicht sofort Milch geben, sagt Stelzer. Und für die Mamas liegen unter anderem Binden, Schmerzmittel, eine Brustwarzensalbe und Wasser bereit. Der Rucksack können mit etwas Auspolsterung sogar als Babytrage umfunktioniert werden.

Die Kosten für den Geburtsrucksack - rund 80 Euro. Hinzu kommen Babykleidung und Hygieneartikel. Das Hilfsprojekt ist daher sowohl auf Geld- als auch auf Sachspenden angewiesen.

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Franziska Ehrenfeld