Lieber ein Beruf mit Sinn als viel Geld auf dem Konto

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AUTOR/IN
Helena Offenborn
ONLINEFASSUNG
Theresa Buß / Simone Müller

Ein Beruf mit Sinn, aber weniger Gehalt? Für Daniel aus Esslingen zählt sein Inklusionsunternehmen mit Angestellten mit und ohne Behinderung mehr als viel Geld auf dem Konto.

„Ich will nicht zwischen Arbeit und Freizeit trennen, sondern ich arbeite das, was ich gerne mache. Den Jobwechsel habe ich auch ‚die Suche nach der Berufung‘ genannt.“

Vor fünf Jahren hat Daniel das Textilunternehmen WASNI gegründet. WASNI steht für: Wenn anders sein normal ist. Seinen früheren Beruf als Betriebswirt hat er aufgegeben, weil für ihn der Sinn seiner Arbeit im Vordergrund stehen sollte. Deswegen hat er sich für sein eigenes Unternehmen entschieden.

Inklusionsbetrieb: Arbeit für Menschen mit und ohne Behinderung

Jetzt arbeiten für Daniel Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam unter einem Dach. Für ihn eine Selbstverständlichkeit, denn in seinen Augen ist das kein Thema. Im Unternehmen wird das auch nicht unterschieden. Die Mitarbeitenden wissen auch nicht, wer einen Schwerbehindertenausweis hat und wer nicht.

„Wir werden immer gern von Kunden gefragt, wie viele Menschen mit Behinderung bei uns arbeiten. Dann sage ich, dass es vom Papier her schon eine Quote von 50 Prozent gibt. Aber ansonsten sind wir alle Menschen mit Behinderung. Wer kann sich davon freisprechenden, behindert zu sein? Wir unterscheiden das nicht.“

Inklusion liegt Daniel besonders am Herzen

Daniel möchte mehr Bewusstsein für Inklusion schaffen. Für ihn scheitert es oft schon an einfachen Dingen wie dem Abbau von Barrieren, zum Beispiel weniger Stufen. In seiner Firma ist Inklusion vielfältig, so ist auch eine gehörlose Person Teil des Teams. Um die Barriere Sprache zu umgehen, lernen jetzt alle im Betrieb einfach ihre Sprache. Das ist für Daniel echte Inklusion. Deswegen sind für ihn seine Mitarbeitenden mehr als nur Angestellte. Er kennt ihre Geschichten, hilft, Probleme zu lösen, ist Zuhörer und Freund. Das ist nicht immer einfach.

„Ich nehme das schon mit, dass mich das beschäftigt. Aber ich merke, dass ich einen Einfluss darauf habe, das zum Guten mitzugestalten, indem ich da bin und auch zuhören oder darauf eingehen kann. Überhaupt: dass Raum für die Geschichten ist.“

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