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Als Palliativschwester gehört die Begegnung mit Sterbenden und deren Angehörigen zu Lynns Arbeitsalltag. Doch nach dem Tod ist nicht alles vorbei, davon ist die Stuttgarterin überzeugt.

Dauer

„Wenn ein Mensch stirbt, öffne ich immer ein Fenster – damit die Seele auch gehen kann, wenn es soweit ist.“

Lynn, 27, Palliativschwester

„Hier auf der Station sehen wir uns ein wenig wie die 'Schleusenwärter' zum Universum. Denn mit dem Tod ist nicht alles vorbei – auch wenn die meisten Leute das wohl glauben. Vielleicht haben deswegen alle so Angst, über den Tod zu sprechen. Aber der Tod ist nicht das Ende. Wir sind Teil des Universums und wir gehen auch dahin zurück. Der Tod gehört zum Leben, wir können ihn nicht verhindern. Aber wir können diesen schwer kranken Menschen das Sterben erleichtern, ihnen einen Tod in Würde schenken.“

Auch für die Angehörigen da

„Manchmal sind die Angehörigen der Patienten sehr viel da. Sie gehören dann bei uns auf der Station 'zur Familie' und wir kümmern uns genauso um sie, wie um den Patienten – selbst wenn das eine zusätzliche Belastung darstellt. Oft sind wir auch Vermittler zwischen Patienten, Angehörigen und den Ärzten – da geht es um Feinfühligkeit, Empathie und auch um Ehrlichkeit – und manchmal fehlt den Ärzten einfach die Zeit, sich intensiv um die Patienten zu kümmern. Dann ist das unsere Aufgabe.“ Eine Geschichte möchte Lynn dazu erzählen: „Vor ein paar Tagen kam eine Frau zu uns, die bereits 13 Chemos hinter sich hatte und als ihr Mann mich fragte, ob sie noch mal nach Hause käme, musste ich ihm sagen 'nein'. Er hat mich umarmt und sich bedankt für meine Ehrlichkeit und dann vertraute er mir an, dass sie noch heiraten wollen. Ich habe ihm geantwortet: 'Dann heiraten Sie doch einfach bei uns'.“

Palliativarbeit ist Lynns Berufung

„Wenn man solch einen Beruf hat, nimmt man den auch mit nach Hause und spricht darüber. Manche meiner Freunde konnten das akzeptieren, viele aber nicht. Somit haben sich meine Sozialkontakte verändert: Es ist jetzt eher Qualität statt Quantität.“ Lynn bedauert das nicht, denn sie hat für sich Prioritäten gesetzt und sieht in ihrer Aufgabe ihre persönliche Berufung.

„Normal ist ein Toter in zwei Monaten – aber wir hatten auch mal 22 Tote in drei Wochen. Und da denke ich manchmal, ich schaffe das nicht mehr – doch dann spüre ich wieder: Das ist mein Platz. Und ich sehe jeden Tag, wie meine Patienten es mir danken.“

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