Ein Leben als Puppenspielerin

Dauer

Mit dem „Theater am Faden“ leitet Helga das älteste Puppentheater Stuttgarts – und entführt Kinder und Erwachsene seit Generationen in eine Märchenwelt.

„Eigentlich bin ich erst richtig Mensch, wenn ich spiele.“

Helga, 78, Puppenspielerin

Puppenspiel – das ist Helgas Leben. 1972 hat die ehemalige Gymnastiklehrerin zusammen mit ihrem Mann Karl das „Theater am Faden“ in Stuttgart gegründet. Über die Jahre ist ihr Programm immer weiter gewachsen. Neun verschiedene Stücke hat sie in ihrem Repertoire und keines davon wird abgesetzt. Auch nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 2007 hat sie mit dem Theater weitergemacht. Die Geschichten, die sie erzählt, finden ihren Ursprung meistens in Märchen aus anderen Kulturen.

Puppen im "Theater am Faden" (Foto: SWR)

Das Eckhaus im Stuttgarter Süden, in dem das Theater seit 30 Jahren beherbergt ist, hat Helga über die Jahre zu einer Märchenwelt ausgebaut: Aus Indien, Afrika und aller Welt haben ihr Freunde und Künstler Schätze mitgebracht, mit denen sie das Theater geschmückt hat: Kleider, Figuren, Stoffe.

„Es sind Räume, bei denen man das Gefühl hat, man sei woanders. Manche sagen, das Theater ist wie aus der Zeit gefallen.“

Die richtige Atmosphäre bedeutet Helga sehr viel. Nur so können die Besucher ganz in ihre Geschichten eintauchen. „Das Wichtigste ist, dass sie das Spiel wirklich erleben – nicht nur anschauen, sondern miterleben. Denn ein Erlebnis behält man länger in Erinnerung.“