Als einziger Römer zwischen Rittern und Wikingern (Foto: SWR)

Nico ist als Römer ein Exot unter den Wikingern und Rittern auf Mittelaltermärkten und bei Schaukämpfen

Nico ist als Römer ein Exot unter den Wikingern und Rittern auf Mittelaltermärkten und bei Schaukämpfen

„Der Witz ist bei der ganzen Sache: Oben in Hamburg, wo ja eher Wikinger sein müssten, gibt es ganz viele Römer-Gruppen. Und hier bei uns, wo eigentlich jede Stadt einen römischen Ursprung hat, gibt es Wikinger in Hülle und Fülle. Aber Römern muss man hier echt suchen. Es ist einfach im Moment nicht in Mode, habe ich das Gefühl. Das hängt auch mit der Grundeinstellung zusammen: Wikinger – die freiheitsliebenden, rebellischen Einzelkämpfer, haben nach keinen Regeln gelebt, geplündert und gemordet, sich das genommen, was sie wollten. Das entspricht so ein bisschen dem Jugendzeitgeist heutzutage. Der Römer nimmt da eher die Rolle des Imperialisten und straff organisierten Unterdrückers ein, der anderen die Freiheit raubt und Tribut fordert. Das ist nicht so angesagt. Es ist natürlich ein bisschen verklärt worden, gerade durch Asterix und Obelix. Ich habe die Comics auch gerne gelesen. Und das war auch ein Bärendienst, was die geleistet haben. Die meisten Leute haben ihre Bildung über die Römer ja nur über Asterix und Obelix. Aber das ist natürlich nicht alles so gewesen, wie in den Comics. Die Römer waren eine unheimlich fortschrittliche Kultur, der sich auch viele Völker wie Gallier und Germanen friedlich angeschlossen haben.

Deshalb hat es mich als Wormser auch immer so traurig gemacht, dass hier auf dem Spektakel keine Römer waren. Ich habe es mir dann zur Herzensangelegenheit gemacht, der Anlaufpunkt in Rheinhessen für römische Kultur und römisches Reenactment zu sein. Einerseits ist das eine Ehre für mich, hier die römische Fraktion zu vertreten. Andererseits finde ich das auch geil, dass man sich sportlich betätigen kann.“ - Nico Metellus aus Worms