Drogenabhängig und Eltern sein – Reha in der Villa Maria

Dauer

„Den Menschen ein normales Leben zu ermöglichen, die es von selbst nicht können, das ist mein Job.“

Prosper (25) kommt aus Chemnitz, er arbeitet in der Behindertenpflege. Das ist aber nur ein Teil seiner bewegten Geschichte. Seit seiner frühen Jugend ist Prosper drogenabhängig. Mit zehn Jahren begann er Alkohol zu trinken, mit elf zu kiffen und mit zwölf Crystal Meth zu nehmen.


Für ihn war es ein Mittel gegen seine Depressionen, wie er heute weiß. „Ich konnte dadurch mein Leben ordnen. Ich habe eine Ausbildung, bin im Studium, hatte immer Arbeit“, sagt Prosper. Die Trennung von seiner Verlobten hatte ihn aber ganz abrutschen lassen:

„Koks, ein Kasten Bier und eine Flasche Schnaps pro Tag, mindestens. Da habe ich dann die Notbremse gezogen. Ich bin ja alleinerziehend mit meinen zwei großen Söhnen.“


Die Notbremse hieß Behandlung. Erst der Entzug („In der ersten Woche habe ich gezittert wie Espenlaub“) - dann die Reha in der Villa Maria bei Landau. Dort soll er lernen, ohne Drogen zu leben. „Im Entzug war es das Ablenken, hier ist es das Aushalten. Das geht an die Grundsubstanz.“ Noch tut sich Prosper schwer zu sagen, ob er es schafft nach der Reha clean zu bleiben.


Was ihm in der Reha auf jeden Fall fehlt, sind seine Freunde in Chemnitz. „Mein Umfeld besteht auch nicht nur aus Süchtigen. Da sind auch viele dabei, die trinken nicht mal Alkohol. Wir sind in Chemnitz eine große Gruppe. Und die Nüchternen versuchen die Süchtigen aus der Sucht raus zu holen. Ich möchte zu denen gehören, die versuchen den Süchtigen zu helfen.“

Du hast selbst ein Drogenproblem? Auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (bzga.de) findest du unter dem Reiter ‘Service‘ eine Sucht & Drogen Hotline.

Die Kinderhilfsaktion des SWR unterstützt die Villa Maria beim Bau eines neuen Kinderhauses.