Wie der Vater so der Sohn – Metzger Philipp übernimmt den Familienbetrieb

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Philipp aus Mannheim hat sich entschieden, den Beruf seines Vaters zu ergreifen und Metzger zu werden. Während seiner Ausbildung war sein Vater plötzlich also auch sein Chef. Familienstress oder Familienglück?

„In meiner Abi-Jahrgangsstufe gab es nicht eine einzige Person, die eine handwerkliche Ausbildung machen wollte oder gar angefangen hat. In dem Moment habe ich mir gedacht: ‚Das kann es nicht sein, dann fange ich doch an, bei meinem Vater Metzger zu lernen.‘“

Die richtige Entscheidung?

Philipps Vater Peter war sich zu Beginn aber noch nicht sicher, ob das wirklich der richtige Weg für seinen Sohn ist:

„Ich habe versucht, es ihm ausreden! Ich habe ihm gesagt: ‚Philipp, wenn du den Beruf erlernst, musst du 40 oder 50 Jahre arbeiten, bis du in Rente gehst!‘ Er hat aber schon als kleines Kind gerne im Laden gestanden und verkauft. Das hat ihm immer gefallen.“

Erfahrung weitergeben

Trotzdem ist Peter froh, sein Wissen auch weitergeben zu können: „Der Wunsch, etwas weiterzugeben, steckt in einem drin. Egal, ob das beruflich, privat oder allgemein im Leben ist. Das Lebenswichtige muss man den Kindern irgendwie beibringen.“

Familienbetrieb in der 3. Generation

Mittlerweile führen Peter und Philipp den Familienbetrieb gemeinsam und damit schon in der 3. Generation. Philipp ist seinem Vater sehr dankbar: „Mein Vater war Lehrmeister und Vorbild. Er hat mir immer alles ermöglicht und immer gewährt. Und wenn er mal anderer Meinung war, habe ich das immer respektiert und wertgeschätzt und bin auch darauf eingegangen.“

Blick in die Zukunft

Auch die nächste Generation lässt nicht mehr lange auf sich warten, denn Philipp und seine Verlobte erwarten Nachwuchs. Aber: „Wenn mein Kind später mal sagen sollte: ‚Du Papa, ich mach was anderes und möchte Professor, Bäcker oder sonst was werden, dann ist mir das recht. Da gibt es absolut keinen Druck. Das Kind macht das, was es später mal machen möchte.“

Philipp merkt aber auch deutlich, dass sich immer weniger Menschen für das Fleischerhandwerk entscheiden: „Es ist ein aussterbender Beruf. Keiner möchte ihn mehr erlernen, weil es ein Knochenjob ist. Man arbeitet von morgens bis abends, aber ich bereue die Entscheidung bis heute nicht.“

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