2 Jahre – 16 Länder: Ines reiste trotz Corona alleine rund ums Schwarze Meer

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Nach zehn Jahren konnte sich Ines ihren Lebenstraum erfüllen: Alleine in ihrem VW-Bus um die Welt! Doch Corona macht ihr einen Strich durch die Rechnung: Auf halber Strecke machen in Südiran die Grenzen dicht und sie bleibt stecken. Damit werden aus einem Jahr Reise plötzlich zwei Jahre. 

Ines Kießling sitzt in ihrem VW-Bus (Foto: SWR)

„Klar hat man Angst. Aber ich habe gelernt sie zu akzeptieren – als würde sie auf meinem Rücksitz sitzen und brüllen, aber ich höre ihr nicht zu. Ich gehe ins Vertrauen.“

Ines' weißer VW-Bus, mit dem sie rund um das Schwarze Meer gereist ist.  (Foto: Ines Kießling)
Mit diesem VW Bus war Ines zwei Jahre rund um das Schwarze Meer unterwegs, inklusive Fahrrad und Kanu. Ines Kießling Bild in Detailansicht öffnen
Wenn sie alleine reist, sagt Ines, kann sie am besten an sich selbst arbeiten. Ines Kießling Bild in Detailansicht öffnen
Im Iran war Ines sieben Monate und hat neue Freundschaften geschlossen. Ines Kießling Bild in Detailansicht öffnen
Einer ihrer Stopps war Cappadocia in der Türkei - der Blick auf die startenden Heißluftballons inklusive. Ines Kießling Bild in Detailansicht öffnen
Einmal das innere Kind rauslassen: Ines hat sich komplett mit Matsch eingeschmiert am Meer in Sazak Koyu Adrasan in der Türkei. Ines Kießling Bild in Detailansicht öffnen

Zehn Jahre lang legt Ines jeden Monat 100€ zur Seite. Sie weiß, dass sie von diesem Geld ihren Traum erfüllen wird: eine Weltreise. Jahrelang steht sie sich aber selbst im Weg: „Ich dachte immer, ich brauche jemanden, der mit mir geht. Aber irgendwann dachte ich: Nee, jetzt gehe ich einfach los, jetzt ist der richtige Augenblick.“ Eine Trennung war die Initialzündung für diese Entscheidung. Im März 2019 setzt sie sich in ihren VW-Bus und fährt los – einmal rund um das Schwarze Meer.  

Corona überrascht Ines im Iran 

Doch im Südiran ist für Ines erst einmal Endstation, denn das Land macht wegen Corona die Grenzen dicht. „Als die letzte Grenze zuging, war das so eine Ungläubigkeit. So lange wird sie schon nicht zu sein, dachte ich. Aber sie war über ein halbes Jahr zu. Ich dachte dann: Ich muss jetzt das Beste daraus machen.“ 

In den sieben Monaten schlief Ines entweder in ihrem Auto oder bei einheimischen Familien, denn Hotels und Gasthäuser waren geschlossen. „Meine Tagesgestaltung drehte sich vor allem um die Fragen: Wo finde ich einen Schlafplatz und wo finde ich Wasser?“  

Neue Freundschaften und Begegnungen geben Halt 

Doch immer wieder lernt Ines auf ihrer Reise Menschen kennen, die sie unterstützen oder zu sich einladen. „Ich habe einfach mit einer Familie gelebt. Und man konnte ja nicht raus. Ich habe so viel mehr Einblicke bekommen in ihr Leben, in ihren Alltag. Ich habe jetzt auch richtig gute Freunde im Iran.“  

Nach zwei Jahren kommt Ines wieder zurück nach Deutschland. Und kündigt ihren Job. „Ich weiß jetzt viel mehr, was ich möchte und nicht mehr möchte“. Als Erlebnispädagogin möchte sie mit anderen vor allem ihr Wissen und die Erlebnisse teilen. Und auch Mut machen, selbst auf Reisen zu gehen. 

„Einfach mal losgehen und merken: Es ist gar nicht so schwer und gefährlich – mit Leichtigkeit und Vertrauen geht das.“ 

Ines war auch in der Landesschau Baden-Württemberg zu Gast. Das komplette Interview mit ihr, gibt es hier:

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