Nach der Flut im Ahrtal – Heinz-Peter lebt mit seiner Familie im Rohbau

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Mann Anfang 50 vor seinem von der Flut beschädigten Haus. (Foto: SWR)
Nach der Flut ist Heinz-Peters Haus wieder ein Rohbau.
Bis hier hin Stand das Wasser erzählt Heinz-Peter.
Provisorisch haben sich Heinz-Peter und seine Familie in ihrer Baustelle einrichtet.
Auch die Bäder sind entkernt. Einziger Luxus, der geblieben ist, ist eine Toilette.

Heinz-Peter wohnt in Marienthal im Kreis Ahrweiler, ein paar Meter von der Ahr entfernt: Zwei Monate nach der Flutkatastrophe ist sein Haus plötzlich wieder ein Rohbau.

Als im Juli die Flut kam, musste sich Heinz-Peter bis ins Dachgeschoss retten. „Erst haben wir Sachen, wie die Waschmaschine, aus dem Keller ins Erdgeschoss, bis wir gemerkt haben, dass das nicht reicht.“ Auch das 1. Obergeschoss bleibt nicht trocken. „Das Wasser stieg so schnell, wir saßen auf der letzten Treppenstufe und haben nur gehofft, dass das reicht.“

Unterm Dach waren noch ein Kühlschrank, ein Lattenrost und eine Matratze. Als das Wasser weg war, „war das erstmal alles, was wir noch hatten“, sagt Heinz-Peter, „Vor drei Wochen habe ich mir dann ein neues Bett gegönnt, weil ich nicht mehr nur auf einer Matratze schlafen wollte.“

Zwei Monate nach der Flut hat er mit vielen Helfern sein Haus entkernt: Tapete, Putz, Böden – alles war nass und musste raus. Eine Toilette ist noch drin geblieben, „damit wir nicht immer auf ein Dixie-Klo müssen“, sagt Heinz-Peter.

„Was hier passiert ist, war unvorstellbar, aber das Positive an der Geschichte sind die vielen Helfer“, sagt Heinz-Peter. Durch deren Engagement hat er wieder eine provisorische Heizung, die so wichtig für den Winter ist. Damit wird er auch in den kalten Monaten in seinem Haus bleiben können. „Solange wir diese Hilfe und Unterstützung bekommen, bin ich sicher, dass wir das schaffen.“

Nur an den veränderten Blick aus seinem Wohnzimmer hat sich Heinz-Peter noch nicht gewöhnt. Denn da stand das Nachbarhaus, ein Bungalow. Die Bewohner mussten in der Flutnacht mit bloßen Händen ihr Dach aufbrechen, um nicht zu ertrinken. „Zehn Stunden saß die Familie auf den Dachbalken, bis sie gerettet wurden und jetzt ist das Haus weg“, erzählt Heinz-Peter, „das ist ein komisches Bild ohne diesen Bungalow, denn der hat zum Dorf dazu gehört.“

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