Nach den Drogen: Stephan aus Neuffen lebt sein Leben mit neuem Bewusstsein

Dauer

Stephan hat sich richtig in sein Leben zurück gekämpft. Durch seine Drogensucht bekam er Thrombose - und sein Leben eine neue Wendung.

„Leid war mein Lehrmeister. Ich hatte lebensgefährliche Thrombosen. In so einem Moment denkst du nicht mehr an Drogen.“

Stephan, 41 Jahre, Hobby-Extremsportler aus Neuffen

Junger Rebell

„Ich war ein talentierter Junge. Meine Familie wollte, dass ich studiere. Das hat mir aber damals schon nicht gepasst. Ich bin früh ausgebrochen und meine Schulleistungen sind den Bach runter. Ich bin zweimal sitzen geblieben, von der Schule geflogen, hab eine Ausbildung abgebrochen und bin von daheim rausgeflogen.

Ich hab damals bei meiner Mutter gelebt. Sie hat sehr gelitten. In ihrem Garten habe ich Marihuana angebaut oder war auch mal wochenlang weg. Sie hat in ständiger Sorge gelebt und irgendwann war es genug. Dann war ich zwei Jahre ohne Wohnung, ohne Führerschein, ohne Personalausweis und ohne Krankenversicherung“, erinnert sich Stephan.

Drogen machten ihn nicht glücklich

„Ich hab‘ bei Freunden oder im Auto übernachtet und war süchtig. Süchtig nach Drogen, Alkohol und Zocken. Damals ging es mir nur um das tägliche Dasein. Es gab keine Zukunftspläne. Irgendwann bekam ich Depressionen von meinem Lebenswandel. Nichts hat sich echt angefühlt. Ich hatte aber auch eine große Sehnsucht in mir. Also ob meine Seele sagen wollte, dass ich hier nicht hergehöre.“

Die Krankheit verändert sein Leben

Alles hat sich geändert, als Stephan krank wurde. „Mit 31 bekam ich Thrombosen. Sieben Venen in meinem Bein waren komplett dicht. Das ist lebensgefährlich. Da bin ich zu meiner Mutter zurück. Und habe quasi gewartet, dass nichts passiert. Da war nix mit Feiern oder Drogen. Ich lag zwei Wochen auf dem Sofa und war nüchtern. In dieser Zeit habe ich viel reflektiert und neuen Lebensmut gefasst. So fing der Wandel an. Das Leid war mein Lehrmeister.

Wenn du Angst hast, dein Leben zu verlieren, dann überlegst du dir schon, wie sinnvoll es ist, das Leben so destruktiv zu gestalten.

Damals hab ich eine positive Energie gespürt. Es kam eines zum anderen. Seither bin ich weg vom Stoff und habe meine Leidenschaft für den Sport, gesunde Ernährung, die Natur und gute Vibes gefunden.“

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