Stefan Sick mit seinem Film über Demenz beim SWR Doku Festival in Stuttgart

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AUTOR/IN
Lennart Behnke
Behnke (Foto: SWR)

„Mit der Demenz fällt alles weg - der wahre Kern, das innere Leuchten - kommt dann zum Vorschein.“

Stefan Sick beim SWR Dokufestival Stuttgart (Foto: SWR)

Mehr als ein Jahr hat Stefan Sick für seinen Dokumentarfilm „Das innere Leuchten“ in einem Pflegeheim für Menschen mit schwerer Demenz in Stuttgart-Kaltental gedreht. Die Krankheit mache so etwas wie den wirklichen Charakter sichtbar:

„Wenn man ein kritischer Mensch ist, kommt das heraus und wenn man lebensfroh ist, kommt das heraus. Und natürlich verändern sich die Menschen gewaltig!“

Viele intime Beobachtungen haben Stefan und sein Ton-Kollege Marc in dem Pflegeheim gemacht. „Es gibt eine Frau dort, mit der ich bei jedem Besuch immer wieder über ihr Alter gesprochen habe“, erzählt Marc: „Mal sagte sie, sie sei 23, dann 231, dann 30 Jahre alt. Irgendwann kam sie auf mich zu und sagte ganz plötzlich aus vollem Herzen: ‚Du bist ein guter Mensch!‘, einfach so, ohne irgendeine Agenda dahinter.“

35 Drehtage verbrachten die beiden im Heim in Stuttgart-Kaltental

„Mir war wichtig, dass wir möglichst nicht eingreifen, sondern passiv dabei sind und den Alltag abbilden“, sagt Stefan. „Was geht in den Menschen im Innersten vor? – Das haben wir uns gefragt.“

Ganz am Anfang musste er aber erstmal die Heimleitung und Angehörigen von dem Projekt überzeugen. Nach einer Probewoche vor Ort zeigte er den Angehörigen erste Szenen. „Die Resonanz war überwiegend gut und wir konnten starten!“ Auch das Positive und Gute abzubilden, sei ihm wichtig gewesen, sagt Stefan. Demenz könne auch als Chance begriffen werden – auch für die Angehörigen: „Die Begegnung mit einem Menschen mit Demenz, kann zu einem neuen Kennenlernen werden. Eine neue Begegnung mit jemandem, denn man vielleicht schon sehr lange kennt.“

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