Eine Frau trinkt Wasser an einem sonnigen Tag. (Foto: IMAGO, IMAGO / localpic)

Gesundheit

Trink-Mythen: Das hilft wirklich bei Hitze

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Nina Kunze
Nina Kunze ist Reporterin und Redakteurin bei SWR Wissen aktuell (Foto: SWR, SWR, Christian Koch)

Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme – so reagiert der Körper auf zu wenig Flüssigkeitszufuhr. Im Sommer ist viel Trinken besonders wichtig. Aber wie viel Wasser ist gesund, wie viel ist zu viel und helfen heiße Getränke bei Hitze?

"Man sollte täglich zwei bis drei Liter Wasser trinken"

Dieser Mythos ist falsch. Er beruht auf den Ernährungsrichtlinien der USA aus dem Jahr 1945. Die Empfehlung: Pro Kilokalorie, die man zu sich nimmt, sollte man einen Milliliter Wasser trinken.

Ein junger Mann hat zum Beispiel einen Tagesbedarf von durchschnittlich 2.500 Kilokalorien. Er sollte der US-amerikanischen Richtlinie zufolge also 2,5 Liter Wasser am Tag trinken. Allerdings nehmen wir bereits 0,8 Liter über die Nahrung auf. Zieht man das ab, bleiben noch gut anderthalb Liter am Tag übrig – und das ist auch die offizielle Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Zu beachten ist auch, dass der Flüssigkeitsbedarf je nach Tagesaktivität schwankt. Wer zum Beispiel viel Sport treibt oder sich an heißen Tagen draußen aufhält, schwitzt viel und sollte dementsprechend mehr Wasser zu sich nehmen.

"Wer acht Liter Wasser trinkt, stirbt"

Dieser Mythos stimmt zumindest teilweise – es kommt auf die Umstände an. Fälle von tödlichen Wasservergiftungen gibt es leider immer wieder. Für Schlagzeilen sorgte zum Beispiel 2007 der Tod einer Amerikanerin, die für einen Wettbewerb knapp acht Liter Wasser in unter vier Stunden getrunken hatte, ohne zwischendrin auf die Toilette zu gehen.

Landet zu viel Wasser im Blut, schwellen unsere Körperzellen an. Im Gehirn kann das zu tödlichen Schäden führen. Wie viel Wasser tatsächlich tödlich ist, hängt aber von vielen verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen Körpergewicht, wie viel Elektrolyte man zu sich nimmt, der Zeitraum und wie oft man aufs Klo geht. Generell wird empfohlen, nicht mehr als drei bis vier Liter am Tag zu trinken.

Acht aufgereihte Wasserflaschen aus Plastik. (Foto: IMAGO, IMAGO / Pond5)
Das Trinken von zu viel Wasser kann unter bestimmten Umständen tödlich sein.

"Heiße Getränke sind bei Hitze gesünder"

Dieser Mythos ist falsch. Es stimmt zwar, dass eiskalte Getränke bei Hitze keine gute Idee sind. Denn die können unseren Körper maximal um ein halbes Grad abkühlen und geben ihm das Signal, sich aufwärmen zu müssen – also erreicht man dadurch genau den gegenteiligen Effekt. Das gleiche gilt aber auch für heiße Getränke – auch sie bedeuten zusätzliche Arbeit für unseren Körper, und dabei entsteht Wärme.

Tee wird aus einem Teekessel in eine Glastasse eingegossen. (Foto: IMAGO, IMAGO / imagebroker)
Das Trinken von heißen Getränken ist bei Hitze sogar kontraproduktiv.

Am besten sollte man also Getränke auf Zimmertemperatur trinken. Und das Wichtigste ist, überhaupt Flüssigkeit zu sich zu nehmen – im Zweifel ist dem Körper die Temperatur egal.

"Man sollte trinken, bevor man Durst hat"

Das ist richtig. Wenn unser Körper uns Durst signalisiert, ist das ein Zeichen, dass ihm bereits Wasser fehlt. Spätestens dann sollten wir also etwas trinken.

Noch besser ist es, immer ein Glas Wasser in der Nähe zu haben und regelmäßig etwas davon zu trinken. Gerade vormittags sollten wir etwas mehr trinken, um den Wasserverlust während der Nacht auszugleichen. Bis das Durstgefühl nach dem Trinken weggeht, dauert es übrigens etwa eine halbe Stunde.

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